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Nachrichten aus Riesi

(Deutscher Teil aus dem Mitteilungsblatt)

Zwei­mo­nat­li­ches Bul­le­tin des Ser­vi­zio Cris­tia­no Wal­den­ser-In­sti­tut Rie­si
Nr. 6, Dezember 2015 — 54. Jg./256

Inhalt

Leitartikel
Sabbatical im Servizio Cristiano

Titelseite
«Aber die Elenden werden das Land erben und Lust haben In großem Frieden»
[Psalm 37,11]
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«Aber die Elenden werden das Land erben und Lust haben In großem Frieden
[Psalm 37,11]

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Fisuso
Nr256-5
Leitartikel

Leitartikel

Wie ist es mög­lich, dass Krieg noch im­mer eine Per­spek­ti­ve im Le­ben der Men­schen ist? Wie ist es mög­lich, dass die Spra­che der Waf­fen und der Ex­plo­sio­nen im­mer noch über die Exi­stenz un­se­rer Ge­sell­schaft zu trium­phie­ren scheint?

Es sieht aus, als wä­re die Ge­walt über­mächtig. Aber in Wahr­heit ist es der Ein­satz für den Frie­den, der fehlt. Er ist ne­ben­säch­lich ge­wor­den, zu­min­dest in Euro­pa, sind wir nach dem zwei­ten Welt­krieg im­mer mehr zur Über­zeu­gung ge­kom­men, dass der Frie­den ein er­wor­be­ner, end­gül­tig er­run­ge­ner Wert ist.

Indem wir den Frie­den als täg­li­che Auf­ga­be aus un­se­rem Blick­feld und un­se­ren Sor­gen aus­blen­den, ver­schlies­sen wir die Augen vor dem Teil der Welt, der lei­det und der die­sen Frie­den nie ken­nen­ge­lernt hat.

Und heute be­grei­fen wir, dass wir die Ge­walt in un­se­ren Köp­fen und Her­zen noch nicht be­siegt ha­ben. Viel­leicht sind wir der Il­lu­si­on er­le­gen, dass wir in Euro­pa oh­ne Bom­ben und Luft­an­grif­fe ge­gen Ge­walt ge­feit sind.

Unter­des­sen hat der ka­pi­ta­li­sti­sche Markt, der un­se­ren Le­bens­stil ga­ran­tier­te und uns glau­ben liess, al­les wür­de im­mer so blei­ben, al­le un­se­re Ener­gie und Res­sour­cen ver­braucht.

Genau das ist die Form des wirt­schaft­li­chen, fi­nan­zi­el­len Ego­is­mus', der im all­täg­li­chen Han­deln von uns al­len be­ginnt und den Pla­ne­ten und sei­ne Res­sour­cen ver­braucht. Er hat uns in Be­zug auf die ge­walt­vol­len Un­gleich­hei­ten be­täubt, die in der Welt exi­stie­ren und die im­mer noch Hass und Ra­che­ge­füh­le her­vor­brin­gen. Der Ge­sprächs­fa­den muss um­ge­hend wie­der auf­ge­nom­men wer­den. Der Frie­de muss ins Zen­trum un­se­res Le­bens zu­rück­keh­ren und bei un­se­ren po­li­ti­schen For­de­run­gen und den Pre­dig­ten in den Kir­chen, die sich christ­lich de­fi­nie­ren, der Mit­tel­punkt sein. Der Frie­de muss für je­de und je­den von uns im Vor­der­grund ste­hen und so auch im di­dak­ti­schen Grund­pro­gramm der Schu­len. Frie­dens­hand­lun­gen für ein Le­ben in Frie­den.

Frieden steht im Zen­trum des Han­delns der Dia­ko­nie, des ge­ta­nen und da­vor noch, des ge­dach­ten Wort Got­tes.

Wir ver­brau­chen je­den Tag so viel Ener­gie, nur um zu kon­su­mie­ren; wer­den wir es schaf­fen, et­was da­von in den Frie­den zu in­ve­stie­ren? Um da­mit die zu un­ter­stüt­zen, die sich für den Frie­den ein­set­zen? Um das En­ga­ge­ment der­je­ni­gen mit­zu­tra­gen, die, wie der Ser­vi­zio Cri­stia­no han­deln, da­mit das Le­ben der Schwäch­sten un­ter uns nicht zur Brut­stät­te von Ge­walt wird, son­dern eine Her­aus­for­de­rung der Mög­lich­kei­ten für eine neue oder zu­min­dest bes­se­re Welt?

 

Albrecht Birx
Nr256-9
Sabbatical

Sabbatical im Servizi Cristiano

Mein Name ist Al­brecht Birx, ich ha­be mei­nen Le­bens­ort in Kob­lenz am Rhein (Deutsch­land), bin 56 Jah­re alt und ha­be in die­sem Früh­jahr 6 Wo­chen in Rie­si ver­bracht.

An­ge­fan­gen hat al­les da­mit, dass sich in mei­ner Tä­tig­keit als Ju­gend­re­fe­rent im Ev. Kir­chen­kreis Kob­lenz re­gel­mäs­sig Über­stun­den und Alt­ur­lau­be an­sam­mel­ten. Dies war der An­lass für mich, ein­mal in­ne zu hal­ten und mei­ne Ener­gie- und Mo­ti­va­ti­ons­spei­cher an­zu­schau­en. Wenn man über vie­le Jah­re be­ruf­lich eine fa­cet­ten­rei­che Ar­beit ab­sol­viert und in einer Lei­tungs­funk­ti­on auch Struk­tu­ren zu stüt­zen hat, ge­hen nun mal Ener­gi­en zur Nei­ge (die auch durch re­gel­mäs­si­ge Ur­lau­be nicht auf­zu­fül­len sind). Al­so lag der Ent­schluss na­he: Ich wer­de erst­mals nach 22 Jah­ren Re­fe­rats­ar­beit im Kir­chen­kreis an­ge­stau­te Alt­ur­lau­be-Über­stun­den-Neu­ur­laub-Son­der­ur­laub in ein “Pa­ket pac­ken” und für 9 Wo­chen in eine be­ruf­li­che Aus­zeit — in ein SA­BAT­TI­CAL ge­hen.

Bei mei­nen ersten Über­le­gun­gen ent­wic­kel­te sich die Idee, die­se Zeit in einem in­ter­es­san­ten Land mit viel­schich­ti­ger Kul­tur zu ver­brin­gen und mich gleich­zei­tig dort in einem Pro­jekt zu en­ga­gie­ren. So er­gab es sich, da ich von den Wal­den­sern in Nord­ita­li­en schon eini­ges ge­hört, ge­le­sen und ge­se­hen hat­te, dass ich zu die­sem spe­zi­el­len So­zi­al-Dia­ko­nie-Pro­jekt in Si­zi­li­en Kon­takt auf­nahm. Da ich ja kein ty­pi­scher “jun­ger Frei­wil­li­ger” war, hat es eini­ge Emails mit der Lei­tung des Ser­vi­zio ge­braucht, bis einer Auf­nah­me und Mit­ar­beit nichts mehr im We­ge stand. Auf­grund mei­ner be­ruf­li­chen Tä­tig­keit mit “Kopf­ar­beit”, soll­te der Fo­kus in die­ser Aus­zeit auf mehr hand­werk­li­cher und kör­per­li­cher Ar­beit lie­gen. Es war ein Glücks­griff, dass im Bü­ro des Ser­vi­zio eine Mit­ar­bei­terin mit Deutsch­kennt­nis­sen war, die die Kom­mu­ni­ka­ti­on und not­wen­di­gen Klä­run­gen für mich sehr er­leich­tert hat. GRA­ZIE !

Folglich war ich nach mei­ner An­kunft am 9. Feb­ru­ar dann mit dem Haus­mei­ster Gui­sep­pe und dem Frei­wil­li­gen Si­mon (aus Öster­reich) ein­ge­teilt, Re­pa­ra­tu­ren, Werk­statt­ar­beit und klei­ne bau­li­che Mass­nah­men durch­zu­füh­ren und hin und wie­der auch Ka­nal- und Gar­ten­an­la­gen in­stand zu set­zen.

Meine vie­len Aus­zeit-Er­fah­rungs-Schät­ze la­gen nun hier:

  1. 7 Wo­chen ein­mal oh­ne Nach­rich­ten, Ra­dio und Fern­se­hen aus­zu­kom­men und sich statt­des­sen mit sich selbst zu be­schäf­ti­gen, mit­ge­nom­me­ne Rei­se­li­te­ra­tur über Si­zi­li­en zu le­sen und ge­le­gent­li­che Rei­se­no­ti­zen ins Ta­ge­buch zu über­neh­men. (Es wä­re zwar im Ap­par­te­ment mög­lich ge­we­sen den Fern­se­her zu nut­zen, aber oh­ne ihn konn­te ich eine ge­wis­se Zeit oh­ne Ab­len­kung die Zeit an­ders aus­fül­len — z.B. frü­her schla­fen.
  2. Es stell­te sich da­bei ein, dass mei­ne Ge­dan­ken ru­hi­ger wur­den, nicht mehr stän­dig ab­schweif­ten, ich mich nach ge­ta­ner Ar­beit bes­ser auf das We­sent­li­che fo­kus­sie­ren konn­te. Nr256-11
  3. Bei so viel kör­per­li­cher Ar­beit blieb na­tür­lich nicht aus, dass ich als “Kopf­mensch” nach Ar­beits­en­de aus­ge­po­wert, aber auch in­ner­lich zu­frie­den dar­über war, hand­werk­li­che Auf­ga­ben an­ge­packt und zu En­de ge­bracht zu ha­ben. Bei sol­chen Ar­bei­ten auf dem Ge­län­de oder an den Ge­bäu­den hat­te man in der Re­gel im­mer das Ge­fühl et­was re­pa­riert und be­wäl­tigt zu ha­ben. Sol­che sich täg­lich ein­stel­len­den Er­folgs­er­leb­nis­se sind im pä­da­go­gi­schen All­tag nicht all abend­lich aus­zu­ma­chen.
  4. An dieser Stel­le ist auch zu be­to­nen, dass die täg­li­chen Ar­bei­ten in der Werk­statt oder auf dem Ge­län­de mit Gui­sep­pe und Si­mon mei­nen Auf­ent­halt be­rei­chert ha­ben. Es war eine gu­te Team­ar­beit mit ge­gen­sei­ti­ger Wert­schät­zung, viel Durch­hal­te­ver­mö­gen und Ver­trau­en.

Obwohl die kli­ma­ti­schen Rah­men­be­din­gun­gen für mei­nen Auf­ent­halt im Feb­ru­ar und März mit (viel) Re­gen, Schnee und Käl­te mich und al­le Mit­ar­bei­ten­den in Rie­si auf die Pro­be stell­ten, blieb den­noch an Wo­chen­en­den die Zeit, die In­sel Si­zi­li­en nä­her ken­nen­zu­ler­nen (z.B. Aus­flü­ge und Auf­ent­hal­te in Pa­ler­mo, Agri­gen­to, Ca­ta­nia, Sy­ra­kus, Taor­mi­na und klei­ne Wan­der­tou­ren im Um­feld von Rie­si durch Wein­ber­ge und Oli­ven­hai­ne nach Fal­co­na­ra).

Ich dan­ke herz­lich be­son­ders Gian­lu­ca Fiu­sco so­wie auch An­ge­la Si­ci­lia­no und wün­sche dem Ser­vi­zio und al­len Ak­ti­ven und En­ga­gier­ten wei­ter­hin eine gu­te, er­folg­rei­che Zu­kunft. Hof­fent­lich wird der Ser­vi­zio Cri­stia­no als ein “Leucht­turm-Pro­jekt” noch vie­le Jah­re und Jahr­zehn­te in Si­zi­li­en sei­ne Ar­beit ma­chen kön­nen.

Grazie & Ciao
Albrecht Birx

Natale

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Redaktion: Gianluca Fiusco
Übersetzungen: Franziska Steudel, Jürgen Grauling

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