Nachrichten aus Riesi

(Deutscher Teil aus dem Mitteilungsblatt)
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Titelblatt
Frieden

“Es wird kein Volk
wider das andere das
Schwert erheben, und
sie werden hinfort
nicht mehr lernen
Krieg zu führen.”

(Michael 4, 3)

Zwei­mo­nat­li­ches Bul­le­tin des Ser­vi­zio Cris­tia­no Wal­den­ser-In­sti­tut Rie­si
Nr. 3+4+5, März + Mai + Juli 2015 — 54. Jg./255

Titelblatt
Frieden

“Es wird kein Volk
wider das andere das
Schwert erheben, und
sie werden hinfort
nicht mehr lernen
Krieg zu führen.”

(Michael 4, 3)

Fiusco
Riesi-Deuschtland

Liebe Freundinnen und Freunde,

nah mit dem Her­zen aber phy­sisch weit ent­fernt ist es mein Wunsch mich von al­len Freun­den des Ser­vi­zio Cri­stia­no zu ver­ab­schie­den. Für vie­le Jah­re war ich die Se­kre­tä­rin des Ser­vi­zio Cri­stia­no. Mei­ne Ver­bun­den­heit mit dem Ser­vi­zio Cri­stia­no be­gann im Sep­tem­ber 2003. Da­mals war ich für eini­ge Mo­na­te als Frei­wil­li­ge und dar­auf­hin für mehr als zehn Jah­re als Sek­re­tä­rin be­schäf­tigt.

Der Ort Rie­si und ich per­sön­lich be­dan­ken uns da­für, dass der Ser­vi­zio Cri­stia­no vor Ort exi­stiert. Von die­ser Ein­rich­tung, die im so­zia­len Be­reich tä­tig ist, ha­be ich vie­les ge­lernt, vor al­lem über den Ein­satz und die Lie­be ge­gen­über Be­dürf­ti­gen. Bei der Ar­beit so­wohl im Front-Of­fi­ce als auch im Back-Of­fi­ce hat­te ich die Mög­lich­keit mei­ne Sprach­kennt­nis­se zu ver­bes­sern, in­dem ich die Kon­tak­te zu den Freun­din­nen und Freun­den, Ver­einen und den aus­län­di­schen Or­ga­ni­sa­tio­nen aus der Schweiz, Deutsch­land, Frank­reich, Gross­bri­tan­ni­en, USA, Schwe­den und an­de­ren Län­dern pfleg­te. Ich fühl­te mich als wich­ti­ger Teil des Ser­vi­zio Cri­stia­no durch das täg­li­che Le­ben der In­ter­na­tio­na­li­tät in einem Ort von klei­ner Di­men­si­on, der aber gross in der Lie­be Got­tes.

Ich be­dan­ke mich herz­lich, bei al­len Freun­din­nen und Freun­den, die mir täg­lich ih­re Hin­ga­be zeig­ten, in­dem sie uns schrie­ben, uns durch Spen­den un­ter­stütz­ten und sich ein­setz­ten um die Ver­bin­dung mit dem Ser­vi­zio Cri­stia­no am Le­ben zu er­hal­ten.

Nach vie­len Über­le­gun­gen ha­be ich in die­sem Jahr ge­mein­sam mit mei­ner Fa­mi­lie ent­schie­den nach Deutsch­land zu zie­hen. Wir ha­ben es vor al­lem für die Zu­kunft un­se­rer Kin­der ge­tan. Die gu­te Schul­bil­dung, die schon in den Schu­len Mon­te de­gli Uli­vi be­gon­nen hat­te kann hier fort­ge­setzt wer­den, da­mit sie spä­ter die glei­chen be­ruf­li­chen Chan­cen ha­ben, die mir mei­ne El­tern er­mög­licht ha­ben. Sie mit der Kennt­nis von mehr als einer Spra­che und der Er­fah­rung von an­de­ren Kul­tu­ren ler­nen zu kön­nen, auf­wach­sen zu las­sen, heisst auch ih­nen eine Mög­lich­keit für ihr spä­te­res Le­ben zu ge­ben. Um mei­nem Sohn den Schul­be­such in Deutsch­land zu er­mög­li­chen, ver­liess ich An­fang Sep­tem­ber Rie­si. Die ver­füg­ba­re Zeit war sehr kurz, so dass ich es nicht ge­schafft ha­be mich bei al­len Freun­din­nen und Freun­den, die ich durch den Ser­vi­zio Cri­stia­no ken­nen­ge­lernt ha­be, zu ver­ab­schie­den und da­für ent­schul­di­ge ich mich. Durch die “Nach­rich­ten von Rie­si” ha­be ich die Ge­le­gen­heit al­le herz­lich zu grüs­sen, die ein­zel­nen Spen­der/in­nen, die Freun­des­krei­se, die Frei­wil­li­gen­dienst­or­ga­ni­sa­tio­nen, die Ko­mi­tees und aus­län­di­sche Kir­chen, die Freund/in­nen des Oli­ven­öls, die Pfar­rer/in­nen, die wal­den­si­sche und me­tho­dis­ti­sche Kir­chen, die Mit­glie­der der Aus­schüs­se, die Ta­vo­la Val­de­se, der Mo­de­ra­tor, der Di­rek­tor, das Team, die Mit­glie­der der Freun­des­ver­samm­lung und ich hof­fe nie­man­den zu ver­ges­sen. Wenn Got­tes We­ge un­end­lich sind, so ist es auch die Lie­be, die uns an je­dem Tag mit all sei­nen Schwie­rig­kei­ten zur Sei­te steht, um an­de­ren zu hel­fen.

 

ehemalige Freiwillige

Erste Versammlung der ehe­ma­li­gen Frei­wil­li­gen des Ser­vi­zio Cri­stia­no

Der Frei­wil­li­gen­dienst ist einer der Grund­stei­ne, auf de­nen der Ser­vi­zio Cri­stia­no fusst. Bis heu­te tra­gen frei­wil­li­ge Hel­fer­In­nen, sei es in der Land­wirt­schaft oder in der Grund­schu­le, Nr255-6 Nr255-6 einen wich­ti­gen Bei­trag zur täg­li­chen Ar­beit des Ser­vi­zio Cri­stia­no bei. Al­ler­dings hat sich seit den An­fän­gen des Frei­wil­li­gen­diens­tes eini­ges ge­än­dert: Wäh­rend in der ers­ten Frei­wil­li­gen­grup­pe um Tul­lio Vi­nay Frau­en und Män­ner un­ter­schied­li­chen Al­ters und aus ver­schie­de­nen Län­dern über­wie­gend Jah­re lang im Ser­vi­zio ar­bei­te­ten, be­ste­hen die Frei­wil­li­gen­grup­pen heu­te in der Re­gel aus jun­gen Deut­schen, die für ein Jahr im Aus­land so­zia­le Ar­beit leis­ten möch­ten. Aus die­sen star­ken Ver­än­de­run­gen in der Struk­tur des Frei­wil­li­gen­diens­tes ha­ben sich über die Zeit ver­schie­de­ne neue Mög­lich­kei­ten, aber auch Prob­le­me er­ge­ben. Da­her er­schien es sinn­voll, grund­le­gend zu ref­lek­tie­ren, was der Frei­wil­li­gen­dienst heu­te noch für die Ar­beit des Ser­vi­zio Cris­tia­no und Rie­si be­deu­tet und in Zu­kunft be­deu­ten soll.

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Aus die­sem Grund hat­te der Ser­vi­zio Cris­tia­no die Idee, ehe­ma­li­ge Frei­wil­li­ge in die Re­fle­xi­on ein­zu­be­zie­hen und für sie ein re­gel­mäs­si­ges Tref­fen zu or­ga­ni­sie­ren. Vom 15. bis zum 17. Ok­to­ber 2015 hat des­halb das ers­te Tref­fen der Ex-Frei­wil­li­gen in Rie­si statt­ge­fun­den. Teil­ge­nom­men ha­ben 13 ehe­ma­li­ge Frei­wil­li­ge, be­son­ders aus den letz­ten fünf Jah­ren, um über den Frei­wil­li­gen­dienst des Ser­vi­zio Cris­tia­no zu dis­ku­tie­ren. Das Pro­gramm des Tref­fens be­stand hier­bei aus drei Tei­len: einem ge­schicht­li­chen Rück­blick auf die ers­ten Jah­re des Frei­wil­li­gen­diens­tes, einer Aus­ein­an­der­set­zung mit der ak­tu­el­len Ar­beit des Ser­vi­zio Cris­tia­no und der Frei­wil­li­gen und zu­letzt aus Dis­kus­sio­nen und ers­ten Plä­nen für die Zu­kunft.

 

Daniel Sohn Elisabeth Blank …
Daniel Sohn

Elisabeth Blank und wir, zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Neben uns Ex-Frei­wil­li­gen war wäh­rend des Se­mi­nars mit Eli­sa­beth Blank auch eine ehe­ma­li­ge R­esi­den­tin auf dem Mon­te de­gli uli­vi zu Gast. Vie­len jah­re- oder wo­mög­lich jahr­zehn­te­lan­gen Le­sern der Nach­rich­ten aus Rie­si dürf­te sie be­reits bes­tens be­kannt sein, für al­le an­de­ren sei hier noch ein­mal er­wähnt, dass Eli­sa­beth in den Jah­ren 1965-1985 im Ser­vi­zio ge­lebt hat und spä­ter von 2007-2008 noch ein­mal für län­ge­re Zeit als Di­rek­to­rin des Ser­vi­zio Cris­tia­no zu­rück­kehr­te.

Elisabeth Blank
Elisabeth Blank
Elisabeth Blank

Es ver­steht sich schon an­ge­sichts der blos­sen Dau­er ih­rer Le­bens­ab­schnit­te im Ser­vi­zio, dass Eli­sa­beth Blank uns Frei­wil­li­gen der letz­ten Jah­re un­glaub­lich viel von ih­ren Er­fah­run­gen aus Rie­si er­zäh­len konn­te, so­dass die für die­sen Pro­gramm­punkt an­ge­dach­ten 3 Stun­den ge­ra­de aus­reich­ten. Im Vor­der­grund stand bei all ih­ren Ge­schich­ten und Anek­do­ten das Le­ben in der Ge­mein­schaft und des­sen Wan­del hin zur heu­ti­gen Struk­tur des Ser­vi­zio. Für uns Frei­wil­li­ge der letz­ten Jah­re, die wir al­le eine in­ten­si­ve Zeit dort ge­lebt ha­ben und da­bei eine eben­so in­ten­si­ve Be­zie­hung zum Ser­vi­zio auf­ge­baut ha­ben, war es über­aus in­ter­es­sant ein­mal aus di­rek­ter Quel­le Be­rich­te von den frü­hen Jah­ren des Ser­vi­zio zu be­kom­men. Im­mer wie­der konn­ten wir un­se­re ei­ge­nen Er­fah­run­gen mit Eli­sa­beths Schil­de­run­gen in Ver­bin­dung brin­gen, wo­raus ein in­ten­si­ver Dia­log ent­stand. Eine un­se­rer Fra­gen war bei­spiels­wei­se: Soll­ten die Frei­wil­li­gen wie­der mehr in den Mit­tel­punkt des Ge­sche­hens rüc­ken? Durch den Um­zug in die “Fo­re­ste­ria” ne­ben dem Spei­cher­see sind die Frei­wil­li­gen für Gäs­te und die Ak­ti­vi­tä­ten im Ser­vi­zio nicht mehr so prä­sent wie sie es vor dem Um­zug wa­ren.

Wäh­rend in der Fest­schrift an­läss­lich des 50-jäh­ri­gen Be­ste­hens des Ser­vi­zio ”Un viag­gio chia­ma­to Rie­si” na­tür­lich die gros­sen Er­fol­ge, wie die Än­de­rung der Ge­set­ze zur Pacht vie­les aus der An­fangs­zeit über­strah­len, ga­ben Eli­sa­beths Er­zäh­lun­gen aus dem All­tag der Ge­mein­schaft den frü­hen Jah­ren des Ser­vi­zios in mei­nen Augen ein sehr mensch­li­ches Ge­sicht — oh­ne die Ver­diens­te zu schmä­lern. Da­zu ein Zi­tat Eli­sa­beths aus dem De­zem­ber 1984, wel­ches ih­re Er­zäh­lun­gen mei­ner An­sicht nach tref­fend zu­sam­men­fasst: ”Wie oft ha­ben wir sehr kon­kret spü­ren kön­nen, wie die Ge­mein­schaft in Chris­tus oh­ne Gren­zen ist und eine gros­se Kraft dar­stellt. […] Auf dem Weg die­ses Diens­tes sind wir nicht frei ge­we­sen von Ver­su­chun­gen, vom Schei­tern, von Feh­lern, aber viel­leicht ist es uns bes­ser ge­lun­gen, die mensch­li­chen und da­mit auch un­se­re Schwä­chen zu er­ken­nen, so wie auch die Barm­her­zig­keit und die Gna­de Got­tes.”

Fas­zi­nie­rend fand ich Eli­sa­beths aus­ge­präg­tes In­ter­es­se an der heu­ti­gen Si­tua­ti­on auf dem Oli­ven­hain im Her­zen Si­zi­li­ens und an un­se­ren Er­fah­run­gen wäh­rend un­se­rer Frei­wil­li­gen­diens­te, die im Ver­gleich zu der Zeit­span­ne, die Eli­sa­beth im Ser­vi­zio ver­bracht hat, doch fast als eine Nich­tig­keit be­trach­tet wer­den könn­ten. So nahm sie ge­mein­sam mit uns an na­he­zu al­len Pro­gramm­punk­ten teil und dis­ku­tier­te manch­mal kon­tro­vers und im­mer mit Lei­den­schaft für die Sa­che mit.

Christopher Zeyher
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Der Freiwilligendienst — was hat sich ver­än­dert und was wird sich ver­än­dern

Am Frei­tag­nach­mit­tag sind Nuc­cia Bur­gio, die sich in­zwi­schen um die Schu­len im Ser­vi­zio Cris­tia­no küm­mert und Va­len­ti­na Mal­lia, die sich so­wohl um den So­zial­dienst, als auch die Be­treu­ung der Frei­wil­li­gen die­sen Jah­res küm­mert, zu uns ge­kom­men. Ab­ge­se­hen da­von, dass es sehr schön war sie wie­der­zu­se­hen, war es auch sehr in­ter­es­sant Ih­nen da­bei zu­zu­hö­ren, wie sie von den Ver­än­de­run­gen er­zähl­ten, die in den letz­ten Jah­ren in Ih­ren Sek­to­ren statt­ge­fun­den ha­ben. Was mir sehr gut ge­fiel war, dass die Grund­schu­le jetzt fach­spe­zi­fi­sche Klas­sen­zim­mer hat. Dar­über hin­aus brin­gen die Kin­der nun nicht mehr Ih­re eige­nen Schul­ta­schen mit, son­dern be­kom­men das Ma­te­ri­al di­rekt vom Ser­vi­zio Cris­tia­no zur Ver­fü­gung ge­stellt. Das be­deu­tet auch, dass die Kin­der sich das Ma­te­ri­al nun un­ter­ein­an­der auf­tei­len, wo­durch ein Ge­fühl von ge­mein­sa­mem Le­ben und Ler­nen ent­ste­hen kann. So gibt es kein­e Un­gleich­hei­ten mehr zwi­schen den Kin­dern, die leicht zu Neid und Eifer­sucht füh­ren kön­nen.

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Von Sei­ten des So­zial­diens­tes war es be­rüh­rend zu hö­ren, dass die me­di­zi­ni­schen Diens­te/An­ge­bo­te stets gut be­sucht sind und die Men­schen sich leich­ter öff­nen kön­nen, wenn sie Zu­hau­se be­sucht wer­den. Für mich ist die Ar­beit, die die bei­den ma­chen eine der wich­tig­sten Ar­bei­ten des Ser­vi­zio Cris­tia­no.

Am Ende spra­chen wir ge­mein­sam über die Si­tua­ti­on der Frei­wil­li­gen der letz­ten und die­sen Jah­res. Nuc­cia und Va­len­ti­na er­zähl­ten uns von den Er­fah­run­gen des letz­ten Jah­res, die nicht im­mer ein­fach wa­ren und dass sie auch dar­um glück­lich mit der nun her­un­ter­ge­setz­ten Zahl der Frei­wil­li­gen auf ma­xi­mal 5 Per­so­nen sind. Sie sind über­zeugt da­von, dass ih­nen da­durch mehr Res­sour­cen zur Ver­fü­gung ste­hen um die Frei­wil­li­gen durch das Jahr be­glei­ten zu kön­nen.

Auch wir ha­ben einen Vor­schlag ge­macht, eine Idee, die zwi­schen uns ehe­ma­li­gen Frei­wil­li­gen ent­stan­den ist. Un­se­re Idee war ein klei­nes Se­mi­nar, dass von 3-4 ehe­ma­li­gen Frei­wil­li­gen für die neu­en Frei­wil­li­gen or­ga­ni­siert wird. In die­sem Se­mi­nar, das kurz vor einem er­neu­ten Tref­fen der ehe­ma­li­gen Frei­wil­li­gen statt­fin­den soll­te, könn­ten wir den neu An­ge­kom­me­nen eine klei­ne Ein­füh­rung ge­ben, so­wohl in ih­re Ar­beits­be­rei­che, als auch in die Struk­tur und Idee des Ser­vi­zio Cri­stia­no oder die Stadt Rie­si selbst. Nuc­cia und Va­len­ti­na wa­ren be­geis­tert und von die­sem Pro­jekt über­zeugt. Wir hof­fen, die­se Idee rea­li­sie­ren zu kön­nen. So kön­nen wir die Zu­sam­men­ar­beit, Ko­ope­ra­ti­on und Ver­bin­dung auf­recht er­hal­ten, die für uns, den Ser­vi­zio Cri­stia­no und die Ar­beit dort wich­tig ist.

Architektur

Kommunikation und Architektur des Servizio Cristiano

Mit den Re­no­vie­rungs­ar­bei­ten in­ner­halb des Ser­vi­zio Cri­stia­no und der Grün­dung des Mu­se­ums hat der Ser­vi­zio eine gros­se Er­neue­rung er­hal­ten. Nicht nur die um­fas­sen­de und in­ten­si­ve Re­no­vie­rung in den letz­ten fünf Jah­ren ist da­für mass­geb­lich ge­we­sen. Auch die, in Zu­sam­men­ar­beit mit Ma­ria Pia Eri­ce und Mau­ri­zio Schi­fa­no (Tra­pa­ni), voll­stän­dig über­ar­bei­te­te In­ter­net­sei­te, das neue Lo­go und das mit be­wusst gros­sem Auf­wand neu ge­stal­te­te Schul­ma­te­ri­al, wie auch die An­pas­sung von Eti­ket­ten, Post- und Vi­si­ten­kar­ten sor­gen für ein neu­es, selbst­be­wuss­tes Er­schei­nungs­bild.

Be­gin­nen wir mit dem neu­en Lo­go: Das Kreuz als Grund­form soll­te er­hal­ten blei­ben, so, wie der nun mo­di­fi­zier­te Schrift­zug “ser­vi­zio cri­stia­no — isti­tu­to val­de­se” Vier halb­run­de und ko­lo­rier­te For­men er­ge­ben das Kreuz und sol­len zum einen auf die or­ga­ni­sche Ar­chi­tek­tur der Ge­bäu­de Be­zug neh­men und zum an­de­ren mit ih­ren kräf­ti­gen Far­ben den Aus­druck von Vi­ta­li­tät, Kraft und In­di­vi­dua­li­tät wie­der­ge­ben. Seit 2007 ist die Re­no­vie­rung des denk­mal­ge­schütz­ten En­semb­les kon­ti­nu­ier­lich vor­an­ge­schrit­ten. Eine nicht all­täg­li­che Auf­ga­be, die viel Hin­ga­be und ge­naue Kennt­nis­se über das ur­sprüng­li­che Kon­zept Leo­nar­do Ric­cis und über die nicht ganz ge­wöhn­li­che Bau­sub­stanz er­for­dern.

Wäh­rend vie­ler Be­su­che und einem in­ten­si­ven Stu­di­um der Ori­gi­nal­plä­ne konn­te der aus­füh­ren­de Ar­chi­tekt, Piet­ro Ar­ta­le (Al­ca­mo), ein Kon­zept ent­wic­keln, das im Rück­griff auf ur­sprüng­li­che Ide­en doch auch der im­mer wäh­ren­den Er­neue­rung des Zent­rums und sei­ner Auf­ga­ben Rech­nung trägt.

Gut lässt dies die sa­la po­li­va­len­te er­ken­nen, ehe­ma­li­ger Teil der Me­cha­ni­ker­schu­le, nun ein of­fe­ner Raum. Wo noch 2012 mas­si­ve Wän­de das Bü­ro ab­grenz­ten, ste­hen heu­te Glas­wän­de. Stil­bil­den­des Ge­stal­tungs­ele­ment sind na­tür­lich die all­seits ver­bau­ten, lo­kal ver­füg­ba­ren Na­tur­stei­ne, wel­che sich gleich­zei­tig als be­son­de­re Her­aus­for­de­rung her­aus­stell­ten. Da Stei­ne Feuch­tig­keit wie Schwäm­me an­zie­hen, man je­doch aus Kos­ten­grün­den auf eine auf­wen­di­ge­re Be­lüf­tung ver­zich­ten muss­te, wird es auch nach Ab­schluss der Mass­nah­men Prob­le­me mit Feuch­tig­keit und der dar­aus ent­ste­hen­den Bil­dung von Schim­mel so­wie einer ver­gleichs­wei­se ge­rin­gen Iso­lier­wir­kung ge­ben.

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Eine wei­te­re Schwie­rig­keit er­gab sich bei der Aus­wahl eines ge­eig­ne­ten Un­ter­neh­mens, das in der La­ge war, die ge­plan­ten Bau­mass­nah­men fach­ge­recht aus­zu­füh­ren. Konn­te einer­seits auf eine gros­se Er­fah­rung bei der Be­ar­bei­tung der Na­tur­stei­ne zu­rück­ge­grif­fen wer­den, so wur­den an­de­rer­seits vie­le Tech­ni­ken und Bau­stof­fe im Zu­ge der Re­no­vie­rung über­haupt zum ers­ten Mal an­ge­wandt — in gros­sen Tei­len eine Pre­mie­re für die ge­sam­te Re­gi­on. Zu­dem wur­de in auf­wen­di­ger Re­cher­che­ar­beit Kon­takt zu ehe­ma­li­gen Bau­ar­bei­tern auf­ge­nom­men, wel­che am Erst­auf­bau im Jahr 1961/62 mit­ge­ar­bei­tet hat­ten (so zum Bei­spiel dem Va­ter von Pe­pe Ba­sti­le).

Das Kon­zept von Leo­nar­do Ric­ci sieht das Cent­ro als Ver­bin­dung meh­re­rer Ge­bäu­de, die al­le in har­mo­ni­scher Ge­stal­tung, Er­schlies­sung und Sicht­ach­sen zu­ein­an­der­ste­hen und sich or­ga­nisch in das Am­bi­en­te ein­fügt. Die spä­ter ge­bau­te Fo­re­ste­ria, seit 2012/13 Haus der Frei­wil­li­gen, liegt ab­seits des ur­sprüng­li­chen Kerns und ge­hört nicht in die­ses Kon­zept. Als Gäs­te­haus ent­stan­den, müss­te die­ses Haus sei­ner neu­en Funk­ti­on ent­spre­chend um­ge­stal­tet und bei der not­wen­dig ge­wor­de­nen Re­no­vie­rung stär­ker als bis­her in den rest­li­chen Teil des Ser­vi­zio Cri­stia­no in­te­griert wer­den.

Als ein be­son­de­res Pro­jekt soll das Mu­se­um er­wähnt wer­den: Es be­fin­det sich un­ter­halb der sa­la po­li­va­len­te. Dort fin­det der Be­su­cher an­spruchs­voll ge­stal­te­te In­fo­ta­feln und Bild­schir­me, die un­ter an­de­rem Brie­fe Tul­lio Vi­nays an Leo­nar­do Ric­ci zei­gen. Ein­zig­ar­ti­ges Film­ma­te­ri­al über die An­fangs­jah­re des Ser­vi­zio Cri­stia­no, Ori­gi­nal­zeich­nun­gen Leo­nar­do Ric­cis und hi­sto­ri­sches Bild­ma­te­ri­al er­ge­ben ein span­nen­des Ge­samt­werk. Der ehe­ma­li­ge Kel­ler, der für vie­le Jah­re ein un­be­kann­ter Auf­be­wah­rungs­ort für Ge­gen­stän­de und Ge­schich­ten war, ist nun ein le­ben­di­ger Platz, der für je­den of­fen­steht und in der Zu­kunft zu einem Fo­rum für Aus­stel­lun­gen und den Aus­tausch über das Le­ben in Rie­si so­wie die Auf­ga­ben des Ser­vi­zios wer­den soll. Die­se not­wen­di­gen und gros­sen Er­neue­run­gen zei­gen, dass der Ser­vi­zio Cri­stia­no stets mit der Zeit geht. Die ar­chi­tek­to­ni­schen und gra­fi­schen Ein­grif­fe ig­no­rie­ren da­bei nicht die Ge­schich­te und Tra­di­ti­on des Mon­te de­gli Uli­vi. Es ist viel­mehr eine Rück­be­sin­nung. Eine Rück­be­sin­nung auf die grund­le­gen­den Ide­en und den An­spruch, mit wel­chen Vi­nay und Ric­ci die­sen Ort ge­schaf­fen ha­ben, als ein Zen­trum, das stets mit der Zeit lebt und Al­ter­na­ti­ven bie­ten möch­te, zu dem, was Kon­ven­ti­on ist.

Unsere Ge­sell­schaft hat sich in den letz­ten Jahr­zehn­ten ge­än­dert, Rie­si ist ein an­de­rer Ort, mit neu­en Her­aus­for­de­run­gen. Der Ser­vi­zio Cri­stia­no hat sich an die­se Si­tua­ti­on an­ge­passt. Und doch: sein Grund­ge­dan­ke bleibt im­mer der Glei­che: Ser­vi­zio Cri­stia­no, der je­dem sei­ne Ar­me öff­net, ein Ort für al­le — einer der nicht aus­schliesst, son­dern ver­sucht, die Hand zu rei­chen, zu ver­bin­den.

Wer uns unterstützen möchte

Schweiz
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Servizio Cristiano Riesi
CH-1004 Lausanne
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Infos: Herr Henri Wetli
Champréveyres 7
CH-2000 Neuchâtel
Tel.: +41 (0)32 725 56 04

Informationen erteilt gerne auch:
Frau Ines Rivera
Colmarerstrasse 116
CH-4055 Basel
Tel.: +41 (0)61 301 27 06
ines.rivera@gmx.net

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Wenn Ihr die Nach­rich­ten aus Rie­si er­hal­ten oder ver­schen­ken wollt, schreibt uns:
Für eine pdf-Ver­si­on: info@serviziocristiano.org,
Für die ge­druck­te Aus­ga­be: Ser­vi­zio Cris­tia­no, via Mon­te de­gli Uli­vi 6 — I-93016 Rie­si (CL) — Italia
Auch mit die­ser Lek­tü­re könnt Ihr un­se­re Ak­ti­vi­tä­ten un­ter­stüt­zen. Dan­ke.

 

Periodico bimestrale — Spedizione in abb. post. art. 2 comma 20/c legge 662/96 — Filiale di Caltanissetta — Aut. Dir. Prov.le PPTT — CL Reg. nº 219/16.06.2009 Tribunale di CL

Direttore Responsabile / Chefredaktion: Gianluca Fiusco
Traduzioni / Übersetzungen: Franziska Steudel, Jürgen Grauling

Conto corrente bancario n° 000300108587 ”Servizio Cristiano” Banca Unicredit Spa — Agenzia di Riesi (CL) ABI: 02008 — CAB: 83410 IBAN: IT 69 U 02008 83410 000300108587 SWIFT BIC: UNCRITM1I97

 


 

AASR — Associazione Amici Svizzera Riesi
(Verein der Schweizer Freunde des Servizio Cristiano – Riesi)

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