Nachrichten aus Riesi

(Deutscher Teil aus dem Mitteilungsblatt)
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Zwei­mo­nat­li­ches Bul­le­tin des Ser­vi­zio Cris­tia­no Wal­den­ser-In­sti­tut
Nr. 1+2, Jan./Feb. + März/April 2014 — 53. Jg./251

«Ich bin jung ge­we­sen und bin alt ge­wor­den, und nie sah ich den Ge­rech­ten ver­las­sen und sei­ne Kin­der nach Brot bet­teln.»
Psalmen 37,25

Editorial

Fiusco

Musik

Redet un­ter­ein­an­der in Psal­men und Lob­ge­sän­gen und geist­li­chen Lie­dern, sin­get und spie­let dem HERRN in eurem Her­zen (Ephe­ser 5, 19)

Ist die­ser Vers nicht son­der­bar? Es hat mich im­mer et­was ge­wun­dert, dass in der Bi­bel, die von man­chen für ein zu ernst­haf­tes Buch ge­hal­ten wird, oft von Mu­sik die Re­de ist und zum Sin­gen ein­ge­la­den wird.

Bei die­sem The­ma denkt man na­tür­lich so­fort an die Psal­men. Die Ein­la­dung aus dem Brief an die Ephe­ser scheint je­doch weit­rei­chen­der zu sein. Es ist eine Ein­la­dung, die auf eini­ge Er­mah­nun­gen fol­gen: Seid nicht leicht­sin­nig, ge­braucht eure Zeit mit Ver­stand, han­delt nicht un­ver­nünf­tig, tut nicht wie die Be­trun­ke­nen. Zu­sam­men­ge­fasst: Ver­hal­tet euch gut. Die­ser Auf­ruf zu rich­ti­gem Ver­hal­ten wird von der Ein­la­dung zu sin­gen be­glei­tet.

Jede(r) von uns hat eine Lieb­lings­mu­sik, die mit Er­in­ne­run­gen ver­knüpft ist, mit der wir uns ver­bun­den füh­len. So gibt es auch Kir­chen­lie­der, die wir lie­ber mö­gen, als an­de­re.

Denn die Mu­sik, der Ge­sang kann un­se­re Ge­füh­le manch­mal viel bes­ser und stär­ker aus­drüc­ken, als es Wor­te ver­mö­gen.

Mir kommt der Ge­dan­ke, dass der Ser­vi­zio Cri­stia­no für vie­le ein le­ben­di­ges Lied von christ­li­chem und men­schli­chem Ein­satz sein könn­te. Er könn­te wie ein Lied sein: nicht im­mer per­fekt, aber in­ten­siv und me­lo­di­ös.

Wir soll­ten uns al­le mehr der Mu­sik wid­men. Sie ist eine in­ti­me, sehr un­mit­tel­ba­re Kom­mu­ni­ka­ti­ons­form, die uns Gott nä­her bringt und uns auf un­se­rem Le­bens­weg be­glei­tet.

“Sprecht mit­ein­an­der im Ge­sang” scheint der Epis­tel den Ephe­sern zu sug­ge­rie­ren. Viel­leicht steht da­hin­ter das Be­wusst­sein des­sen, der die Mu­sik kennt und so­mit weiß, dass sie die Her­zen in Ver­bin­dung bringt. Wor­te hin­ge­gen wi­der­set­zen sich und brin­gen uns oft ge­gen ein­an­der auf. Ist das eine Ein­la­dung zur Un­ver­nunft? Ab­so­lut nicht! Es ist eine Ein­la­dung zur Mensch­lich­keit. Es ist eine Er­in­ne­rung, denn wir Men­schen sind wie die No­ten der über­bor­den­den Hoff­nungs­me­lo­die der neu­en Welt Chri­sti.

Als Instru­men­te und No­ten die­ser Par­ti­tur, die­ser Hoff­nungs­zu­sa­ge, han­deln wir und wis­sen, wie wich­tig es ist, nicht falsch zu spie­len. Und auch, wie leicht man falsch spielt, wenn Ge­sang und Mu­sik ego­is­ti­sche Selbst­ver­herr­li­chung wer­den. Die Mu­sik, zu der wir ein­ge­la­den wer­den, ist eine Mu­sik im Chor: Meh­re­re Stim­men und In­stru­men­te müs­sen auf ein­an­der hö­ren, um tat­säch­lich zu mu­si­zie­ren. Der Ser­vi­zio Cri­stia­no ist ein Ge­sang, der zu­sam­men mit dem war­men Wind, der hier auf Si­zi­li­en weht, die Hoff­nung des Mu­si­zie­ren­den er­zählt. Wäh­rend die eine No­te er­klingt, muss der Mu­si­zie­ren­de be­reits an die näch­ste den­ken. Die Mu­sik ist flüch­tig und je­de Aus­füh­rung ist le­ben­dig und ein­ma­lig.

Zu die­ser le­ben­di­gen Aus­füh­rung sind wir ge­mein­sam auf­ge­ru­fen.

Violine

Unterricht

Fiusco

Themenbezogener Unterricht

Das General­ko­mi­tee des Ser­vi­zio Cri­stia­no hat den Ver­such, die obe­ren Klas­sen der Grund­schu­le in the­ma­ti­schen Klas­sen­zim­mern zu un­ter­rich­ten, auf den Weg ge­bracht. So be­ginnt ab Sep­tem­ber für die drit­te, vier­te und fünf­te Klas­se ein in­no­va­tiv or­ga­ni­sier­tes di­dak­ti­sches Schul­jahr.

Die verschie­de­nen Fä­cher wer­den räum­lich auf drei Zim­mer ver­teilt. Die Be­rei­che Ge­schich­te und Ge­mein­schafts­kun­de, Sprach­wis­sen­schaft und Na­tur­wis­sen­schaft wer­den kei­ne ab­strak­ten Lehr­buch­in­hal­te sein, son­dern kon­kre­te Lern­räu­me in einem ent­spre­chen­den Kon­text.

Das Klassen­zim­mer für Na­tur­wis­sen­schaft wird mit Werk­zeu­gen zum Ler­nen von Ma­the­ma­tik, In­for­ma­tik usw. aus­ge­stat­tet sein. Tab­let, Mi­kro­skop und che­mi­sche Sub­stan­zen wer­den die von den Leh­rern er­klär­ten In­hal­te zum an­fas­sen le­ben­dig ma­chen.

Zeichnung

Das Klassen­zim­mer für So­zi­al- und Ge­mein­schafts­kun­de wird hi­sto­ri­sche und geo­gra­fi­sche in­ter­ak­ti­ve Kar­ten zur Ver­fü­gung stel­len. Die Schü­ler wer­den in der Ge­schich­te, land­auf land­ab so­wohl Ita­li­en als auch die Welt ken­nen ler­nen.

Das den Sprachen ge­wid­me­te Klas­sen­zim­mer wird den Kin­dern einen Raum bie­ten, in dem sie nicht nur ita­lie­ni­sche Gram­ma­tik, son­dern auch die Fein­hei­ten frem­der Spra­chen ler­nen kön­nen. Dank eines in­no­va­ti­ven mul­ti­me­dia­len Lern­kon­zepts sind die Vor­aus­set­zun­gen, die Lern­in­hal­te auf­zu­neh­men, op­ti­mal.

Es werden al­so die Schü­ler sein, die nach ih­rem Stun­den­plan die Klas­sen­zimmer wech­seln um dort die je­wei­li­ge Lehr­kraft an­zu­tref­fen.

Das ist auch eine Mög­lich­keit die all­täg­li­che Sta­tik auf­zu­bre­chen und der Er­mü­dung und Ver­lang­sa­mung des Ler­nens ent­ge­gen zu wir­ken. Die­ses neue Un­ter­rich­ten und Ler­nen ge­schieht im Be­wusst­sein, dass auch das Um­feld für die Aus­bil­dung der Kin­der eine fun­da­men­ta­le Rol­le spielt. Na­tür­lich heißt das nicht, ein paar Ta­blets und bun­te Land­kar­ten in die Schu­le zu stel­len und die Wän­de an­zu­ma­len. Es soll eine neue Form der Di­dak­tik sein, um die Räu­me zu struk­tu­rie­ren und die ak­ti­ve Mit­ar­beit der Schü­ler zu för­dern. Die In­hal­te der Fä­cher sol­len ge­mein­sam le­bens­nah und dy­na­mi­scher wer­den, so­dass sie nicht rea­li­täts­fern, son­dern Teil un­se­res Le­bens sind.

Renovation

Redaktion

Renovationen

Die Renova­tio­nen der An­la­ge auf dem Oli­ven­hü­gel ge­hen wei­ter. Der Mehr­zweck­saal ist mo­men­tan eine ein­zi­ge Bau­stel­le. Dank der Gel­der aus der Kir­chen­steu­er (Ot­to per Mil­le, 8‰) wer­den in die­sem Ge­bäu­de ein kom­for­tab­ler Kon­fe­renz­raum, ein Sport­raum für die Kin­der der Schu­le und eine Ka­pel­le ent­ste­hen. Dar­über hin­aus ist ein in­ter­ak­ti­ves mehr­spra­chi­ges Mu­se­um ge­plant, das die Ge­schich­te des Ser­vi­zio ver­an­schau­li­chen wird.

Es han­delt sich um die bis­her um­fang­reich­ste Bau­stel­le im Ser­vi­zio. Die Bau­ar­bei­ten sol­len bis näch­sten Ju­li fer­tig sein und wer­den mit der größt­mög­lich­en Rüch­sicht auf die Na­tur aus­ge­führt. Der ar­chi­tek­to­ni­sche Schatz des Oli­ven­hü­gels er­fährt da­bei eine qua­li­ta­ti­ve Auf­wer­tung, die zu einer Ver­bes­se­rung der Räu­me füh­ren soll.

Die­ser Ein­satz wird vor al­lem durch die Un­ter­stüt­zung des Wal­den­ser­ti­sches und die Kir­chen­steu­er er­mög­licht. Die Über­le­gung, die mehr­fach in der Sy­no­de dis­ku­tiert wur­de, war, dass der Ser­vi­zio sich in einer an­ge­mes­se­nen, funk­tio­nie­ren­den und wa­rum nicht auch schö­nen Um­ge­bung ent­wic­keln kann.

Je­der Cent soll zweck­mä­ßig und mit Nach­weis ver­wen­det wer­den. Die Vor­gän­ge wer­den vor­schrifts­ge­mäß und un­ter Auf­sicht aus­ge­führt und be­fin­den sich un­ter stän­di­ger Si­cher­heits­kon­trol­le. Das ist nur einer von vie­len Be­rei­chen, der von den Ko­mi­tees und der Di­rek­ti­on auf ih­re Ord­nungs­ge­mäß­heit ge­prüft wird und wir hof­fen, dass wir da­bei so ef­fi­zient wie mög­lich sind.

Nach dem Mehr­zweck­saal, der dann nach Paul Oert­li be­nannt wer­den soll, wer­den die Bau­ar­bei­ten am Wohn­haus der Di­rek­ti­on und den an­de­ren Un­ter­künf­te wei­ter ge­hen.

Darüber hin­aus ha­ben wir zwei neue Land­stüc­ke ge­kauft, um den Oli­ven­an­bau aus­zu­bau­en, denn wir möch­ten ger­ne der stei­gen­den Nach­fra­ge nach un­se­rem bio­lo­gi­schen Oli­ven­öl ge­recht wer­den. (Be­stel­lun­gen bit­te an: segre­te­ria@ser­vi­zio­cri­stia­no.org).

Neben­bei ha­ben wir end­lich eine neue Be­schil­de­rung der Struk­tur an­ge­bracht. Ge­mein­schafts­saal und Gäs­te­haus sind jetzt nach Tul­lio und Fer­nan­da Vi­nay be­nannt.

So wird rund­he­rum re­no­viert und auch die Um­zäu­nung des Ge­län­des und der Haupt­ein­gang er­neu­ert. Nach die­sen gan­zen Be­mü­hun­gen sind die Freunde, die uns bis­her be­su­chen ge­kom­men sind, sehr zu­frie­den und ge­nie­ßen das re­no­vier­te Ge­län­de und die ein­la­den­den Räu­me, die nicht nur schö­ner, son­dern auch prak­ti­scher sind. Jetzt, wo al­les wie­der wie neu funk­tio­niert, kann man hier noch an­ge­neh­mer le­ben.

So la­den wir al­le herz­lich ein, uns zu be­su­chen! Bit­te kon­tak­tie­ren Sie uns rech­zei­tig, so­dass auch Platz ist.

Olivenhügel

Natur
Redaktion

Andacht

Wöchentliche Andacht

Die Idee einer wö­chent­li­chen An­dacht schweb­te schon län­ger im Raum. Jetzt konn­te sie end­lich dank der Mit­hil­fe un­se­res Pfar­rers Chri­stan Gy­sin, der sich mo­men­tan der Wal­den­ser­ge­mein­de von Rie­si wid­met, rea­li­siert wer­den. Zwei­mal in der Wo­che fin­den An­dach­ten mit Re­fle­xio­nen zu bi­bli­schen Tex­ten und Me­di­ta­tio­nen statt. Mon­tags um 7.45 Uhr mit Pfar­rer Gy­sin, frei­tags um 9 Uhr mit dem Di­rek­tor Gian­lu­ca Fiu­sco.

15 Minu­ten Zeit, in de­nen ge­sun­gen, aus der Bi­bel ge­le­sen, dar­über nach­ge­dacht und ge­be­tet wird, kenn­zeich­nen nun Wo­chen­be­ginn und –en­de im Ser­vi­zio Cri­stia­no.

Dieses An­ge­bot wur­de von den Mit­ar­bei­ten­den po­si­tiv an­ge­nom­men, was sich an ih­rem häu­fi­gen Kom­men zeigt.

Außer­dem neh­men auch un­se­re Gäs­te die­ses An­ge­bot ger­ne wahr, um einen Mo­ment der Spi­ri­tua­li­tät mit uns zu tei­len.

Redaktion

Verbindungen

Verbindungen

Ich möch­te die­sen Ar­ti­kel ger­ne auf of­fi­zi­el­le Wei­se be­gin­nen: Am 22. März bin ich als Mit­glied des Ge­ne­ral­ko­mi­tees ge­wählt wor­den. “Das Ge­ne­ral­ko­mi­tee ist ein Lei­tungs­or­gan, das die Ver­ant­wor­tung für rei­bungs­lo­se Ab­läu­fe in der Ein­rich­tung trägt und zu­dem rich­tungs­wei­sen­de Funk­ti­on hat.” (Ar­ti­kel 4 des Sta­tuts des SC). Gleich nach den Wah­len hat­te ich die Mög­lich­keit, an einer Sit­zung teil­zu­neh­men und zu er­fah­ren mit wel­chem Ernst, Ein­satz und Ver­ant­wor­tungs­be­wusst­sein die Mit­glie­der des Ge­ne­ral­ko­mi­tees ih­rer Ar­beit nach­ge­hen. Mit­glied des Ge­ne­ral­ko­mi­tees zu sein, macht mich stolz und spornt mich an, mein Bes­tes zu tun, zu die­ser Arbeit bei­zu­tra­gen. Ich dan­ke al­len, die mich ge­wählt und mir da­durch ihr Ver­trau­en ent­ge­gen ge­bracht ha­ben, ich wer­de ver­su­chen, euch nicht zu ent­täu­schen!

Rosalia Baldi

Die An­fra­ge, einen Ar­ti­kel für die “Nach­rich­ten aus Rie­si” zu schrei­ben, hat mich zur Ver­zweif­lung ge­bracht, weil ich nicht wuss­te, wie ich die Ge­füh­le, an dem Tag, als ich ge­wählt wur­de ge­ord­net aufs Pa­pier brin­gen soll­te. Ich war glück­lich, die Men­schen wie­der zu se­hen, mit de­nen ich ge­ar­bei­tet hat­te und Gott dank­bar für die­se Mög­lich­keit, in so einem schö­nen und an­re­gen­den Um­feld le­ben und ar­bei­ten zu dür­fen. Trau­rig war ich dar­über, kei­ne All­täg­lich­keit mit den Mit­ar­bei­ten­den mehr zu tei­len, aber auch froh, wie­der neue Chan­cen der Be­geg­nun­gen zur ha­ben.

Ich habe einen Mo­ment in­ne ge­hal­ten und beim Blät­tern in mei­nen Er­in­ne­run­gen die­se Kraft der Ver­bin­dun­gen ge­fun­den. Man könn­te es auch Bän­der nen­nen, die mich ge­stützt und zu der Per­son ge­macht ha­ben, die ich heu­te bin. In mei­nen Er­in­ne­run­gen ha­be ich Lä­cheln und Trä­nen ge­fun­den, die Lust zu ler­nen und die Schwie­rig­kei­ten der Kin­der. Ich ha­be Per­so­nen ge­fun­den, mit de­nen ich zu­sam­men ge­ar­bei­tet ha­be und ih­ren Wil­len ge­spürt, sich ein­zu­set­zen und je­den Tag neu zu ar­bei­ten, oh­ne das Ziel des Ser­vi­zio Cri­stia­no aus den Augen zu ver­lie­ren. Ich ha­be die Idea­le Frei­heit, De­mo­kra­tie, Le­ga­li­tät, Re­spekt ge­gen­über der Um­welt, In­ter­kul­tu­ra­li­tät und En­ga­ge­ment ge­fun­den, die hier noch nicht aus der Mo­de ge­kom­men sind. Ich ha­be auch mei­nen ers­ten Ein­druck wie­der­ge­fun­den, als ich zum ers­ten Mal in den Ser­vi­zio kam und es war, wie in ein klei­nes Pa­ra­dies ein­zu­tre­ten.

Ich ha­be ver­sucht all die­se Ein­drüc­ke zu ord­nen und ha­be da­bei über das Le­ben, das hin­ter mir liegt, und die neu­en We­ge, die vor mir lie­gen nach­ge­dacht. Es ist schon eini­ge Zeit her, dass mein Aben­teu­er an einer staat­li­chen Schu­le be­gon­nen hat. Die­se Mo­na­te wa­ren ge­prägt von neu­en Her­aus­for­de­run­gen, ver­schie­de­nen Er­fah­run­gen, neu­en Be­wer­tun­gen und Kon­fron­ta­tio­nen. Es gab trau­ri­ge Mo­men­te und sehn­suchts­vol­le, in­ten­si­ves Er­le­ben, lang er­war­te­te Tref­fen. Es ist schwer zu ak­zep­tie­ren, dass Si­tua­tio­nen sich not­wen­di­ger­wei­se ver­än­dern müs­sen, aber die Er­fah­rung im Ser­vi­zio Cri­stia­no hat mich für im­mer ge­prägt und es ist schön zu wis­sen, dass mei­ne Auf­ga­be auch heu­te noch nicht ganz be­en­det ist.

Simona Giardina

Lampedusa

Von Lampedusa nach Riesi

Wellen

Seit Jahren sind die Küs­ten Süd­ita­li­ens Ziel il­le­ga­ler Ein­wan­der­ung auf­grund von Krie­gen und fun­da­men­ta­lis­ti­scher Un­ter­drüc­kung, die das Le­ben in vie­len af­ri­ka­ni­schen Län­dern un­mög­lich ma­chen. Um die­sem Phä­no­men der Ein­wan­de­rung ent­ge­gen zu tre­ten fi­nan­zier­te das In­nen­mi­ni­ste­ri­um mit Gel­dern aus dem na­tio­na­len Fond für staat­li­ches Asyl­recht die so ge­nann­ten SPRAR-Pro­jek­te (Sys­tem zum Schutz von Asyl­su­chen­den und Flücht­lin­gen).

Die­ses SPRAR-Sys­tem setzt sich aus dem Netz lo­ka­ler Äm­ter und Institutionen des so­zia­len Sek­tors zu­sam­men. Ge­mein­sam wer­den mit­tels öf­fent­li­cher Gel­der integrale Em­pfangs­pro­zes­se in­stal­liert. Das geht über die Or­ga­ni­sa­ti­on der rei­nen Un­ter­kunft und Ver­pfle­gung hin­aus und ge­hen bis hin zur in­di­vi­du­el­len so­zia­len und öko­no­mi­schen Ein­glie­de­rung. Die Um­set­zung die­ser Pro­jek­te soll­te dar­über hin­aus da­zu bei­tra­gen, eine In­te­gra­ti­ons­kul­tur zu stär­ken.

Auch die Stadt Rie­si hat seit dem 2. April 2014 über ein Pro­jekt der SPRAR 25 jun­ge Män­ner auf­ge­nom­men, die aus ver­schie­de­nen Län­dern Afri­kas stam­men und vor un­ge­fähr sie­ben Mo­na­ten in Lam­pe­du­sa an­ge­kom­men sind. Die An­kunft die­ser Men­schen in un­se­rer klei­nen Ge­mein­de hat zu ver­schie­de­nen Re­ak­tio­nen ge­führt, die teil­wei­se auch gar nichts mit Auf­nah­me und In­te­gra­ti­on zu tun ha­ben. Das mag da­ran lie­gen, dass man hier nicht an eine mul­ti-eth­ni­sche Kul­tur ge­wöhnt ist. Dar­über hin­aus ist Rie­si von einer schwe­ren so­zi­al­öko­no­mi­schen Kri­se ge­prägt und die Be­woh­ner sind mit Ar­mut und Ar­beits­lo­sig­keit kon­fron­tiert. Dass nun frem­de Men­schen ein­tref­fen, die auch Hil­fe brau­chen, hat so­mit zu einem Un­gleich­ge­wicht und Span­nun­gen ge­führt.

 
 

Der Ser­vi­zio Cri­stia­no ist so­gleich ak­tiv ge­wor­den und hat sich of­fen ge­gen­über die­sen jun­gen Men­schen ge­zeigt. Er hat ver­sucht, al­le zu­stän­di­gen so­zia­len In­sti­tu­tio­nen zu in­for­mie­ren, für das The­ma zu sen­si­bi­li­sie­ren und ein­zu­be­zie­hen, um eine gu­te Auf­nah­me und In­te­gra­ti­on zu er­mög­li­chen. Eben da­rum hat der Di­rek­tor am 14. April 2014 auf einem so­zia­len Netz­werk zu einem Tref­fen auf­ge­ru­fen, bei dem sich die Ver­tre­ter von Stadt­ver­wal­tung, Ro­tem Kreuz, zwei Ju­gend­or­ga­ni­sa­tio­nen von Rie­si und der Wal­den­ser­kir­che zu­sam­men fan­den. Bei die­sem Tref­fen wur­de be­schlos­sen, die jun­gen Män­ner von der Ge­mein­de Rie­si aus zu un­ter­stüt­zen.

Bedeu­tend war die Ini­tia­ti­ve des Ser­vi­zio und der an­we­sen­den Or­ga­ni­sa­tio­nen gleich auf­zu­bre­chen, um die Flücht­lin­ge ken­nen zu ler­nen und sie im Auf­nah­me­zen­trum, wo sie mo­men­tan woh­nen, zu be­su­chen. Wäh­rend des Be­suchs ha­ben eini­ge der jun­gen Män­ner von ih­ren schwe­ren Rei­sen und ih­ren Schwie­rig­kei­ten in der jet­zi­gen Si­tua­ti­on er­zählt. Sie sind weit weg von ih­ren Fa­mi­li­en, ih­rer Hei­mat und ha­ben kei­ne Si­cher­heit, denn sie sind nach sie­ben Mo­na­ten hier in Ita­li­en im­mer noch nicht im Be­sitz ih­rer Auf­ent­halts­pa­pie­re.

Die jun­gen Män­ner ha­ben sich sehr ge­freut, dass Men­schen ge­kom­men wa­ren, um sie ken­nen zu ler­nen und spon­tan kam die Idee auf, einen ge­mein­sa­men Abend zu ver­brin­gen. Da­zu lud der Ser­vi­zio Cri­stia­no ein und so bot sich die Mög­lich­keit, Be­kannt­schaft mit den deut­schen Frei­wil­li­gen, aber auch mit den Ein­hei­mi­schen zu ma­chen. Es war schön zu hö­ren, wie einer von ih­nen sag­te, dass in den an­de­ren Zen­tren (Lam­pe­du­sa und Por­to Em­pe­doc­le) sich nie­mand um ein Tref­fen be­müht hat­te und sie sich des­halb sehr über die Ein­la­dung freu­ten.

Unser Ein­satz im Ser­vi­zio Cri­stia­no gilt wei­ter­hin den Schwäch­sten und ver­sucht zu einer Auf­nah­me­kul­tur und ak­ti­ven Näch­sten­lie­be ge­gen­über al­len, egal wel­cher Her­kunft, bei­zu­tra­gen.

Wir hof­fen dar­über hin­aus, dass un­se­re Ini­tia­ti­ven nicht iso­liert blei­ben, son­dern sich vie­le be­tei­li­gen und wir für die jun­gen Men­schen und un­se­re Ge­mein­de et­was Po­si­ti­ves er­rei­chen.

Christian Gysin

Sizilianisches Partnerschaftstreffen in Riesi

27. Treffen der Evangelische in Sizilien

Foto

Siehe, wie fein und lieb­lich ist’s, daß Brü­der ein­träch­tig bei­ein­an­der woh­nen! (Psalm 133, 1)

Aus allen Ec­ken Si­zi­li­ens sind Grup­pen, Fa­mi­li­en und Ein­zel­per­so­nen mit dem Bus oder mit dem Auto zum 27. Tref­fen der Evan­ge­li­schen Gläu­bi­gen in Si­zi­li­en nach Rie­si ge­kom­men. Zu­sam­men ka­men Ge­mein­de­glie­der aus pro­tes­tan­ti­schen, me­tho­dis­ti­schen, wal­den­sen­si­schen, bap­tis­ti­schen, ad­ven­tis­ti­schen, lu­the­ri­schen und pflingst­le­ri­schen Ge­mein­den und die Grup­pe “Youth in ac­tion”, die aus Deut­schen, Ita­lie­ner, Un­ga­ren und Kon­go­le­sen be­steht und auf ih­rer Rei­se in Si­zi­li­en bei uns eine Zwi­schen­sta­ti­on ge­macht ha­ben. Un­ter kla­rem Him­mel und strah­len­der Son­ne ha­ben wir den Got­tes­dienst im Frei­en ge­fei­ert. Bei der Li­tur­gie ha­ben ver­schie­de­ne Ver­tre­ter mit­ge­wirkt und die Pre­digt wur­de von Pfar­rer Ful­vio Fer­ra­rio ge­hal­ten, der über den auf­er­stan­de­nen Chris­tus, der die Jün­ger trifft, pre­dig­te. Je­sus ver­traut ih­nen den hei­li­gen Geist an, wie es im Jo­han­nes­evan­ge­li­um, Ka­pi­tel 29 ge­schrie­ben steht. Und Je­sus trifft auch Tho­mas, der im­mer im Be­zug auf sei­ne Un­gläu­big­keit ge­nannt wird, statt auf­grund sei­nes Be­kennt­nis­ses: “mein Herr und mein Gott” (Wo?)

Die Lieder wur­den von Ak­kor­de­on und Gi­tar­re be­ge­lei­tet.

Der Ser­vi­zio Cri­stia­no hat uns gast­freund­lich und warm­her­zig auf­ge­nom­men und ein Mit­tag­es­sen oder aber die Mög­lich­keit, Mit­ge­brach­tes zu ver­zeh­ren an­ge­bo­ten.

Es war schön sich als gro­ße Fa­mi­lie zu füh­len, al­te Freun­de und Be­kann­te wie­der zu tref­fen und neue Men­schen ken­nen zu ler­nen und das ge­schwis­ter­li­che Zu­sam­men­sein zu ge­nie­ßen. Zwei mu­si­ka­li­sche Bei­trä­ge am Nach­mit­tag ha­ben uns viel Freu­de ge­schenkt. Es ha­ben sich die Grup­pen “can­to e cun­tu” aus Rie­si und die Grup­pe aus Gha­na und Pa­ler­mo ab­ge­wech­selt. Nach einem schö­nen und spi­ri­tu­ell be­rei­chern­den Tag ha­ben sich al­le wie­der auf den Hei­mweg ge­macht.

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6B, cours de la Liberté
F-69003 Lyon
CCP 1364322 P.Paris

 

Italia
Servizio Cristiano - Istituto Valdese
Via Monte degli Ulivi 6 / I-93016 Riesi (CL)
info@serviziocristiano.org
www.serviziocristiano.org
Banca Unicredit Spa
Agenzia di Riesi
IBAN: IT 69 U 02008 83410 000300108587
SWIFT BIC: INICRIT1I97

 

USA
American Waldensian Society
PO Box 398 - Valdese, NC 28690
Cheques have to be made to “American Waldensian Society for Servizio Cristiano, Riesi”

 

UK
Donald Hood
17 Cottage Road, Headingley
LEEDS LS6 4DD

Wenn Ihr die Nach­rich­ten aus Rie­si er­hal­ten oder ver­schen­ken wollt, schreibt uns:
für eine pdf-Ver­si­on: info@serviziocristiano.org,
für die ge­druck­te Aus­ga­be: Ser­vi­zio Cris­tia­no, via Mon­te de­gli Uli­vi 6 - I-93016 Rie­si (CL)
Auch mit die­ser Lek­tü­re könnt Ihr un­se­re Ak­ti­vi­tä­ten un­ter­stüt­zen. Dan­ke.

 


 

AASR — Associazione Amici Svizzera Riesi
(Verein der Schweizer Freunde des Servizio Cristiano – Riesi)

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