Nachrichten aus Riesi

(Auszug aus dem Mitteilungsblatt)
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Zwei­mo­nat­li­ches Bul­le­tin des Ser­vi­zio Cris­tia­no Wal­den­ser-In­sti­tut
Nr. 5+6, Sept./Okt. + Nov./Dez. 2012 — 51. Jg./247

«Ur­teilt nicht nach dem Äußer­li­chen, son­dern nach der Ge­rech­tig­keit.»
Johannes 7, 24

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Editorial

Urteilen, welch schwie­ri­ge Auf­gabe! Stel­len Sie sich einen Rich­ter, einen Jus­tiz­be­am­ten vor. Welch har­te Auf­ga­be er doch hat: Al­le not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen sam­meln, sich über ih­re Be­deu­tung im Kla­ren wer­den, die Zeu­gen an­hö­ren, die Um­stän­de prü­fen und schluss­end­lich das Recht durch­set­zen und ein Ur­teil spre­chen.

In Ita­li­en heißt es, der An­schein trü­ge. Die­ses Sprich­wort scheint eigent­lich aus dem Jo­han­nes­evan­ge­li­um ab­zu­stam­men.

Wie schnell wir Ur­tei­le fäl­len. Je­den Tag sind wir Rich­ter über vie­le Din­ge. Und oft ist es das Äußer­li­che, das was man flüch­tig wahr­nimmt, was uns bei un­se­rer Ur­teils­fin­dung be­ein­flusst.

Auch wenn wir es manch­mal nicht zei­gen, aber im Ge­hei­men un­se­rer Ge­dan­ken fällt es uns schwer, we­ni­ger da­nach zu ur­tei­len, was un­se­re Augen ge­se­hen und un­se­re Oh­ren ge­hört ha­ben. Nach der Ge­rech­tig­keit zu rich­ten ist eine an­de­re Sa­che.

In der Tat, wäh­rend un­se­re Ur­tei­le eine per­sön­li­che Ge­rech­tig­keit re­spek­tie­ren, ge­grün­det auf un­se­rer Auf­fas­sung von Ge­rech­tig­keit, sind die Ur­tei­le, die fair und wei­se sind viel schwie­ri­ger zu er­tei­len.

Un­se­re heu­ti­ge Ge­sell­schaft hat durch ein so­zia­les Ab­kom­men die Ge­set­ze ge­fes­tigt, wel­che die Ge­rech­tig­keit ord­nen: Un­ter uni­ver­sel­len und be­son­de­ren Ge­set­ze exis­tiert “Ge­rech­tig­keit”.

Doch was ist mit uns? Wir, die wir die Lie­be Got­tes be­zeu­gen und uns enor­me mensch­li­che und mo­ra­li­sche Ver­ant­wor­tung auf­la­den, auf wel­chen Ge­set­zen sol­len wir die Ge­rech­tig­keit be­grün­den? Auf je­den Fall nicht auf Äußer­lich­kei­ten, was das Ri­si­ko an­zu­ec­ken re­du­zie­ren wür­de, wenn wir al­le not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen sam­meln wür­den.

Doch, lie­be Le­se­rin­nen und Le­ser, die­se Auf­ga­be ist schwie­rig! Sie ist nicht of­fen­sicht­lich und kann nicht mit Leich­tig­keit und Ober­fläch­lich­keit aus­ge­führt wer­den.

Auch un­se­re Leh­re­rin­nen ste­hen je­den Tag vor der Auf­ga­be, über die Ar­beit der Kin­der zu ur­tei­len. Dies ma­chen sie mit Hil­fe von No­ten, aber auch vor al­lem mit großer Vor­sicht, denn sie wis­sen, wel­che em­pfind­li­chen, mensch­li­chen und kon­kre­ten Aus­wir­kun­gen eine No­te auf die Kin­der ha­ben kann. Des­halb ler­nen sie gut, mit je­der Si­tua­ti­on um­zu­ge­hen: Sich nicht zu scheu­en, auch mal schlech­te No­ten zu ver­tei­len, wenn es not­wen­dig und ge­recht ist, da­mit die Kin­der in der La­ge sind, zu ver­ste­hen, wa­rum die­se No­te ver­ge­ben wur­de.

Sich so dar­zu­stel­len, wie wir es all­täg­lich im In­ter­es­se und im Recht von vie­len Men­schen in Ita­li­en und der gan­zen Welt ma­chen, ist an­stren­gend. Nicht oft tref­fen wir auf be­reit­wil­li­ge Augen und of­fe­ne Geis­ter, die in der La­ge sind, sich nicht auf Äußer­lich­kei­ten zu ver­stei­fen.

Manch­mal sind Ur­tei­le wie Stei­ne, die in die Luft ge­wor­fen wer­den: Fal­len sie wie­der her­un­ter, kön­nen sie je­den Kopf tref­fen.

Wir sind uns des­sen be­wusst, eben­so wie wir wis­sen, dass vie­le Men­schen mit In­ter­es­se un­se­re Ar­beit und un­se­re Aus­sa­gen ver­fol­gen und uns hel­fen, un­se­re eige­nen Gren­zen ken­nen zu ler­nen: Durch Lie­be und Auf­rich­tig­keit.

Wenn ein Ur­teil ober­fläch­lich aus­ge­ge­ben wird — oft auf ab­fäl­li­ge Art und Wei­se — wird es das Ge­gen­teil be­wir­ken. Wenn ein Schü­ler be­son­ders schel­misch ist und un­be­grün­det schlecht be­no­tet wird, be­wirkt das eine größe­re In­to­le­ranz ge­gen­über Re­geln und eine De­mo­ti­va­ti­on für sei­ne Lern­pro­zes­se.

In der Tat ist das Ziel eines Ur­teils, das We­sen zu ver­än­dern: Ur­tei­len als Zeit­ver­treib, als Rache oder schlim­mer noch, die Ar­beit an­de­rer an­zu­zwei­feln, führt nicht zu einer Ver­än­de­rung, zu Reue (um eine For­mu­lie­rung aus der Bi­bel zu neh­men).

Aber nach der Ge­rech­tig­keit zu ur­tei­len ist eine aus­dau­ern­de und pä­da­go­gi­sche Auf­ga­be, denn sie stützt sich auf die Ein­be­zie­hung der Ar­beit der rich­ten­den Per­son.

Die Ge­rech­tig­keit ist eine Form der Pä­da­go­gik, viel­leicht so­gar die schwie­rig­ste, wel­che Gleich­ge­wicht und Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen dem Rich­ten­den und dem Ge­rich­te­ten ein­for­dert.

Un­se­re Ar­beit, so sehr sie auch ein­ge­schränkt und na­tür­lich auch feh­ler­haft ist, liegt in all euren Hän­den, denn sie ist Teil eines ge­teil­ten Zeug­nis­ses, wel­ches in Rie­si nicht en­det son­dern be­ginnt, wel­che nicht die Ar­beit eines ein­zel­nen ist, son­dern die Ar­beit al­ler.

Ein letzter Gruss

Der Ser­vi­zio Cris­tia­no möch­te dar­über in­for­mie­ren, dass am 6. No­vem­ber 2012 un­ser Freund und Un­ter­stüt­zer Paul Oert­li Se­ni­or im Al­ter von 92 Jah­ren ver­stor­ben ist.

Wir ge­den­ken sei­ner und all un­se­rer Freun­din­nen und Freun­de, die im Lau­fe der Zeit die­se Er­de ver­las­sen ha­ben.

All un­se­re Mit­ar­bei­ter und Vor­stän­de sind ganz nah bei der Fa­mi­lie: Paul und Bea­tri­ce, Le­na und Chris­tia­no, Chris­toph und Bian­ca, Ma­nu­el und Gab­rie­la, Fran­zis­ka und Da­ny.

Sizilien, Land der Gegensätze und Melting-Pot der Kulturen

Riesi — eine Reise in das Herz Siziliens

“Rei­sen bil­det die Ju­gend”, wie man so sagt. Aber ob jung oder alt, so öff­net eine Rei­se im­mer den Ho­ri­zont, wenn man nur da­zu be­reit ist, sich in Fra­ge zu stel­len!

En­de Ap­ril soll­te es ein tou­ris­ti­scher und auch geist­li­cher Aus­flug sein. Aus dem El­sass an­ge­reist, woll­ten wir so­wohl den Ser­vi­zio Cris­tia­no und die Wal­den­ser­kir­che in Si­zi­li­en ent­dec­ken, als auch die außer­or­dent­li­chen Land­schaf­ten und Mo­nu­men­te be­wun­dern, die die Mit­tel­meer­in­sel so zahl­reich zu bie­ten hat.

Hier sind sich Grie­chen und Phö­ni­zi­er be­geg­net, Kar­tha­ger und Rö­mer, Ara­ber und Nor­man­nen, Af­ri­ka und Euro­pa ...

Zwei Mo­del­le des Zu­sam­men­le­bens kom­men hier seit Ur­zei­ten zu­sam­men: die Be­herr­schung, bei der der Stär­ke­re sei­ne Macht durch­setzt (von den Ty­ran­nen aus Sy­ra­kus bis hin zur heu­ti­gen Ma­fia) und die Kul­tur­mi­schung, die u.a. Wun­der wie die ara­bo-nor­man­ni­sche Ka­thed­ra­le von Mon­rea­le her­vor­brach­te, an der Künst­ler und Ar­chi­tek­ten aus Euro­pa und dem Ori­ent zu­sam­men­ge­ar­bei­tet ha­ben. Das zwei­te Mo­dell ist si­cher­lich schwie­ri­ger zu re­ali­sie­ren.

Des­halb be­wun­der­ten wir auch die dia­ko­ni­sche Ar­beit, die am Ser­vi­zio Cris­tia­no (wo wir zwei Näch­te ver­brach­ten) an der No­ce (in Pa­ler­mo, hier ver­brach­ten wir drei Näch­te) ver­rich­tet wird und die Aga­pe den “Kleins­ten un­ter Chris­ti Brü­dern” zu­gu­te­kom­men lässt, sei­en es die Kin­der oder die Min­der­hei­ten!

Das Band, das wir so mit Rie­si und der Chie­sa Val­de­se ge­knüpft ha­ben, tut un­se­rer Ge­mein­de und dem Kon­sis­to­ri­um gut, denn es hin­ter­fragt un­se­re Be­zie­hun­gen mit den Aus­ge­stoße­nen der Ge­sell­schaft.

Darum war es auch eine große Freu­de, die Voll­ver­samm­lung der fran­zö­si­schen Freun­de, Gian­lu­ca Fiu­sco, Mar­co Jour­dan und eini­ge Schwei­zer Freun­din­nen bei un­se­rem Som­mer­fest in Sé­les­tat zu em­pfan­gen!

Die nächs­te Etap­pe wird der Ver­kauf des Oli­ven­öls “Ser­vi­zio Cris­tia­no Bio” sein!

Pfar­rer Jür­gen Grau­ling, Ver­ant­wort­li­cher der Rei­se vom 23. bis 30. Ap­ril 2012 von 27 Per­so­nen des evan­ge­li­schen Kon­sis­to­ri­ums aus Sé­les­tat

Nachhaltige Entwicklung

Ge­gen­über un­se­rer Schul­ter­ras­se sieht man eine schwar­ze aber glän­zen­de Flä­che auf­leuch­ten: Un­ser neu­es So­lar­ge­wächs­haus, wel­ches letz­ten August in Be­trieb ge­nom­men wur­de. Die Son­ne als Ener­gie­quel­le ist ein wei­te­rer klei­ner vol­len­de­ter Schritt in die­sen Jah­ren, in die­sen Mo­na­ten, in Rich­tung einer um­welt­freund­li­che­ren Nach­hal­tig­keit un­se­rer Ar­beit.

Als Zeu­gen einer neu­en Welt durch Chris­tus kön­nen wir nicht Idee von einem Auf­bau die­ser Er­de mit um­welt­freund­li­chen Mit­teln nicht un­be­ach­tet las­sen. Wir ha­ben mit der Re­du­zie­rung von Pa­pier be­gon­nen, in­dem wir Pa­pier­spen­der auf­ge­stellt ha­ben, die den Pa­pier­miss­brauch ver­hin­dern; wir ha­ben den Ver­brauch von Plas­tik­fla­schen ab­ge­schafft, in­dem wir Was­ser trink­bar ma­chen und wir in­stal­lie­ren So­lar­zel­len zur Ener­gie­ge­win­nung. Aber wir ha­ben nicht die Ab­sicht, uns mit die­sen po­si­ti­ven Er­geb­nis­sen auf­zu­hal­ten, son­dern uns stän­dig wei­ter ent­wic­keln. In die­sen Ta­gen wer­den die Fens­ter in der Schu­le — mit­tler­wei­le alt und nicht mehr funk­tions­fä­hig — durch Fens­ter nach dem neus­ten tech­ni­schen Stand aus­ge­tauscht, wel­che einen mi­ni­ma­len Wär­me­ver­lust und so­mit eine gut funk­tio­nie­ren­de Iso­lie­rung in den Klas­sen­zim­mern er­mög­li­chen, was den Gas­ver­brauch der Hei­zun­gen deut­lich sen­ken wird. Da­bei han­delt es sich um eine selbst­ver­ständ­li­che und not­wen­di­ge Ent­schei­dung: De­nen, die in Not le­ben und dar­un­ter lei­den, kann man kei­ne Wür­de ent­ge­gen­brin­gen, oh­ne ih­rer Um­ge­bung, in der sie le­ben, Res­pekt zu zol­len. Aber das Pro­jekt, teil­weise re­ali­siert, teil­weise noch nicht, ist ein ehr­gei­zi­ges Vor­ha­ben: Die kom­plet­te Um­stel­lung des «Servizio Cristiano» setzt sich durch den Ge­brauch von er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en und für die Ab­schaf­fung der Kli­ma­ti­sie­rung ein: Durch Erd­ener­gie, die ef­fi­zient die In­nen­räu­me hei­zen bzw. küh­len kann. Nach­dem wir eine Ver­wer­tung und Wie­der­ver­wer­tung des “rei­nen” Was­sers in­stal­liert ha­ben, wer­den wir in Kür­ze, wenn der Re­gen es zu lässt, eine große Men­ge an So­lar­zel­len für die Er­wär­mung des Was­sers ein­rich­ten.

Zur­zeit ler­nen wir noch die Wie­der­ver­wer­tung der bio­lo­gi­schen Ab­fäl­le, um un­ser be­stell­tes Land zu be­rei­chern, aber da un­ser bio­lo­gi­scher An­bau kon­trol­liert wird, sind wir in die­sem Fall den har­ten Pro­to­kol­len und Ge­set­zen, die die Maß­stä­be set­zen und eine an­ge­mes­se­ne Dün­gung für den Bo­den vor­ge­ben, un­ter­wor­fen. Da­bei han­delt es sich nicht um einen ein­fa­chen Weg, das sa­gen wir ganz of­fen. We­ge, die Frucht einer Ver­än­de­rung sind. Einer or­ga­ni­sier­ten Ver­än­de­rung, da sie oft mit An­ge­wohn­hei­ten und dem Kon­sum­mo­dell, das uns un­se­re Ge­sell­schaft vor­gibt, zu­sam­men­stößt. Aber es ist ein un­um­gäng­li­cher Weg, den wir — manch­mal ver­spä­tet — aber ab einem ge­wis­sen Punkt be­wusst ge­hen und von dem wir wis­sen, dass noch eine wei­te Strec­ke vor uns liegt.

Auch wenn wir wis­sen, dass dies nö­tig ist, ist eine sol­che um­welt­freund­li­che Um­stel­lung un­se­rer Ar­beit nicht im­mer ein­fach ge­we­sen. Eine Ar­beit der Er­klä­run­gen, ge­prüft über Mo­na­te, so­gar Jah­re, die uns aber schluss­end­lich Hoff­nung gibt und die Be­deu­tung un­se­res Zeug­nis­ses be­kräf­tigt.

Brief aus Bern (Schweiz)

Liebe Geschwister in Riesi!

Als Gian­lu­ca mich frag­te, ob ich Euch ein paar Ge­dan­ken zu un­se­rer Zu­sam­men­ar­beit schrei­ben könn­te, er­schrak ich zu­erst ein we­nig. Die An­fra­ge trifft auf ein ar­beits­rei­ches Wo­chen­en­de — wür­de ich Zeit und Ru­he fin­den, in­ner­halb der we­ni­gen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Zeit et­was Ge­halt­vol­les zu­stan­de zu brin­gen? Schrec­ken und Zwei­fel lös­ten sich auf, als ich einen Schritt aus der All­tags­hek­tik zu­rück­trat und mich da­ran er­in­ner­te, wem mein Le­ben ge­hört und was mir wirk­lich wich­tig ist. — Ja, ich will an und für Euch schrei­ben! war dar­auf­hin die kla­re Ant­wort.

Wenn ich an Euch den­ke, kommt Ihr mir vor wie ein klei­ner, aber über­aus leuch­ten­der Edel­stein im Sü­den von Si­zi­li­en — ein Klein­od un­se­res ge­mein­sa­men Himm­li­schen Va­ters!

Euer Mut und Eure Hin­ga­be an Gott und den Bau Sei­nes Rei­ches un­ter schwie­rig­sten und oft auch ge­fähr­li­chen Um­stän­den er­mu­ti­gen mich in mei­nen eige­nen Her­aus­for­de­run­gen, in mei­ner eige­nen Nach­fol­ge und Hin­ga­be an Je­sus Chris­tus. Mit Euch ver­bun­den sein zu dür­fen ist für mich eine Eh­re, für die ich Gott im­mer wie­der von Her­zen dan­ken will.

Als Leib und Fa­mi­lie Chris­ti ge­hö­ren wir zu­sam­men und brau­chen ein­an­der, selbst wenn wir ört­lich so weit von ein­an­der ent­fernt sind und je­der an­de­re Auf­ga­ben und Funk­tio­nen an die­sem Leib er­fül­len muss. Manch­mal den­ke ich, dass ich auch so tief wie Ihr im Dienst Je­su Chris­ti ste­hen möch­te; doch dann er­ken­ne ich, dass ich Gott an mei­nem Platz und in mei­ner Auf­ga­be eben­so nahe sein und Ihm die­nen kann — und viel­leicht so­gar auch Euch ein we­nig!

Zur­zeit ma­che ich mir häu­fig Ge­dan­ken über eige­ne Gren­zen, Schwä­chen und Män­gel. Letzt­hin hat Gott dies­be­züg­lich zu mir ge­spro­chen und mir zu­ge­si­chert, dass Er in mei­nen Schwä­chen stark sein will und wird, wenn ich Ihm nur Raum dar­in ge­be (nach 2. Ko­rin­ther 12, 9-10). Und ge­ra­de jetzt scheint Er zu mir zu sa­gen, dass es mei­ne Ge­schwis­ter sind, die mei­ne Gren­zen er­wei­tern und mei­ne Män­gel er­gän­zen kön­nen, wenn ich nur be­reit bin, zu mei­ner Be­dürf­tig­keit zu ste­hen.

Wir sind als Chris­ten zur Ge­mein­schaft be­ru­fen, weil wir ein­an­der brau­chen! Ich den­ke, wir sind als Men­schen zum Schei­tern ver­ur­teilt, wenn wir al­les al­lein be­werk­stel­li­gen und ab­dec­ken wol­len. Wir sind in un­se­rer mensch­li­chen Na­tur ein­fach be­grenzt und lüc­ken­haft — eben er­gän­zungs­be­dürf­tig.

Wenn Je­sus uns da­zu auf­for­dert, un­se­ren Nächs­ten zu lie­ben wie uns selbst, so sind in die­ser Lie­be wohl Be­dürf­tig­keit und Schen­ken ein­ge­schlos­sen. Als Men­schen, auch als Chris­ten, blei­ben wir im­mer Be­dürf­ti­ge, auch wenn wir den Auf­trag ha­ben, Got­tes Lie­be — Aga­pe — in un­ser Um­feld, zu un­se­ren Nächs­ten, zu brin­gen.

Ge­ra­de un­se­re un­voll­kom­me­ne Na­tur und un­se­re un­voll­kom­me­nen Le­bens­be­din­gun­gen schei­nen das Brenn­holz für die Lie­be zu sein, zu der wir durch Je­sus Chris­tus be­fä­higt und ge­ru­fen sind — ge­nau dort brau­chen wir Ihn ... und ein­an­der!

Lie­be Ge­schwis­ter, ich schrei­be Euch als Eure Schwes­ter aus Bern, einer meis­tens recht ge­müt­li­chen Bun­des­haupt­stadt der Schweiz ... : Durch Eure Ar­beit in Rie­si sprecht und lebt Ihr Got­tes Gu­te Nach­richt be­dürf­ti­gen Men­schen zu. Ihr kon­fron­tiert aber auch ein Um­feld, das vol­ler Dro­hen, Kor­rup­ti­on, Un­ge­rech­tig­keit und Angst ist, mit der Lie­be Got­tes, die Ihr in Wort und Tat lebt.

Ihr sollt im­mer wis­sen, dass Ihr auf der stär­ke­ren Sei­te seid, auch wenn die Um­stän­de so oft an­ders aus­se­hen, auch wenn Kämp­fe manch­mal ver­lo­ren oder ver­geb­lich schei­nen. Hin­ter Euch ste­hen Be­ter und Be­te­rin­nen. Auch wenn wir ört­lich weit weg sind von Euch, so kämp­fen wir doch den gu­ten Kampf des Glau­bens für Euch und mit Euch zu­sam­men (nach 1. Ti­mo­the­us 6,12).

Mö­ge Gott un­se­re Fein­füh­lig­keit und Hell­hö­rig­keit für Ihn er­wei­tern, da­mit Er uns Sei­ne We­ge auf­zei­gen und öff­nen kann, wie wir Euch ne­ben dem Ge­bet auch ganz prak­tisch die­nen kön­nen! Wir ge­hö­ren zur glei­chen Fa­mi­lie, in der je­des Glied so­wohl be­dürf­tig als auch er­gän­zend ist.

Gott sel­ber er­fül­le all un­se­ren Man­gel mit Sei­ner Herr­lich­keit, so dass wir durch un­se­re Ge­mein­schaft als Brü­der und Schwes­tern Licht sein und in die­ser Welt die Lie­be un­se­res Herrn Je­sus Chris­tus le­ben und wei­ter tra­gen kön­nen.

Unser Va­ter im Him­mel seg­ne, stär­ke und brau­che un­se­re Zu­sam­men­ar­beit zu Sei­ner Eh­re.

In herzlicher Liebe und Verbundenheit

Für Eure Geschwister in Bern

Regina Kräuchi

Weihnachten und das Neue Jahr

Es stellt sich die Fra­ge, ob die Pro­phe­zei­hung der Ma­ya ein­tref­fen wird. Wir ver­trau­en der Lie­be Got­tes, die uns je­den Tag eine neue Welt be­schert. Die Zu­kunft wird als großes Rät­sel be­schrie­ben, un­er­kenn­bar und schwer. Aber die Ge­gen­wart, das Ges­tern, wa­ren auch ein­mal eine un­er­kenn­ba­re und schwe­re Zu­kunft, die uns Sor­ge be­rei­te­te und uns zit­tern ließ. Wir ha­ben sie mit der Lie­be Got­tes und Eurer Hil­fe ge­meis­tert.

Mit Eurer un­ent­behr­li­chen Hil­fe ha­ben wir es ge­schafft, das Bö­se nicht sie­gen zu las­sen und un­se­ren Mit­men­schen Lie­be zu­kom­men zu las­sen. Mit Eurer Hil­fe ha­ben wir es ge­schafft, auch uns zu än­dern, zu be­grei­fen, wie wich­tig ge­gen­sei­ti­ger Res­pekt, die Schön­heit, em­pfan­gen zu wer­den und die An­teil­nah­me ge­gen Schwei­gen und Iso­la­ti­on ist. Mit der Hil­fe Got­tes und Eurer Un­ter­stüt­zung ha­ben wir es ge­schafft, den Mut zu­rück­zu­ge­win­nen, uns der Ar­ro­ganz der Ma­fia und der Ge­walt de­rer, die ein Ge­setz der Angst und Skla­ve­rei in Rie­si durch­set­zen woll­ten, zu wi­der­set­zen.

Des­halb wün­schen wir Euch al­len ein Weih­nach­ten und ein Neu­es Jahr des Wie­der­auf­blü­hens und der Hoff­nung, und in Er­war­tung, Euch bald in Rie­si will­kom­men zu heißen, er­reicht Euch un­se­re herz­lich­ste Um­ar­mung. Gian­lu­ca, Nun­zio, Ro­sa­lia, Lil­lo, Pep­pe D., An­ge­la, Ta­no, Pep­pe B., Ma­ria, Nuc­cia, Si­mo­na, Va­len­ti­na, Do­ra, Da­vi­de, Mar­ga­re­te, Li­na, Eli­sa­beth, Ma­ri­nel­la, Oie, To­bi­as, Si­mon, Del­fi­na, Ri­ta, Ben, Emi­lia, Frie­de­ri­ke, Ju­lia, So­phie, Loui­se, M­ari­sa, Ma­ria Ri­ta.

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