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Nachrichten aus Riesi

(Aus­zug aus dem Mit­tei­lungs­blatt
Dez. 2012)

Titelblatt

Zwei­mo­nat­li­ches Bul­le­tin des Ser­vi­zio Cris­tia­no Wal­den­ser-In­sti­tut
Nr. 5+6, Sept./Okt. + Nov./Dez. 2012 — 51. Jg.247

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Zwei­mo­nat­li­ches Bul­le­tin des Ser­vi­zio Cris­tia­no Wal­den­ser-In­sti­tut
Nr. 5+6, Sept./Okt. + Nov./Dez. 2012 — 51. Jg.247

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Zwei­mo­nat­li­ches Bul­le­tin des Ser­vi­zio Cris­tia­no Wal­den­ser-In­sti­tut
Nr. 5+6, Sept./Okt. + Nov./Dez. 2012 — 51. Jg.247

«Ur­teilt nicht nach dem Äußer­li­chen, son­dern nach der Ge­rech­tig­keit.»
Johannes 7, 24

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Editorial

Urteilen, welch schwie­ri­ge Auf­gabe! Stel­len Sie sich einen Rich­ter, einen Jus­tiz­be­am­ten vor. Welch har­te Auf­ga­be er doch hat: Al­le not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen sam­meln, sich über ih­re Be­deu­tung im Kla­ren wer­den, die Zeu­gen an­hö­ren, die Um­stän­de prü­fen und schluss­end­lich das Recht durch­set­zen und ein Ur­teil spre­chen.

In Ita­li­en heißt es, der An­schein trü­ge. Die­ses Sprich­wort scheint eigent­lich aus dem Jo­han­nes­evan­ge­li­um ab­zu­stam­men.

Wie schnell wir Ur­tei­le fäl­len. Je­den Tag sind wir Rich­ter über vie­le Din­ge. Und oft ist es das Äußer­li­che, das was man flüch­tig wahr­nimmt, was uns bei un­se­rer Ur­teils­fin­dung be­ein­flusst.

Auch wenn wir es manch­mal nicht zei­gen, aber im Ge­hei­men un­se­rer Ge­dan­ken fällt es uns schwer, we­ni­ger da­nach zu ur­tei­len, was un­se­re Augen ge­se­hen und un­se­re Oh­ren ge­hört ha­ben. Nach der Ge­rech­tig­keit zu rich­ten ist eine an­de­re Sa­che.

In der Tat, wäh­rend un­se­re Ur­tei­le eine per­sön­li­che Ge­rech­tig­keit re­spek­tie­ren, ge­grün­det auf un­se­rer Auf­fas­sung von Ge­rech­tig­keit, sind die Ur­tei­le, die fair und wei­se sind viel schwie­ri­ger zu er­tei­len.

Un­se­re heu­ti­ge Ge­sell­schaft hat durch ein so­zia­les Ab­kom­men die Ge­set­ze ge­fes­tigt, wel­che die Ge­rech­tig­keit ord­nen: Un­ter uni­ver­sel­len und be­son­de­ren Ge­set­ze exis­tiert “Ge­rech­tig­keit”.

Doch was ist mit uns? Wir, die wir die Lie­be Got­tes be­zeu­gen und uns enor­me mensch­li­che und mo­ra­li­sche Ver­ant­wor­tung auf­la­den, auf wel­chen Ge­set­zen sol­len wir die Ge­rech­tig­keit be­grün­den? Auf je­den Fall nicht auf Äußer­lich­kei­ten, was das Ri­si­ko an­zu­ec­ken re­du­zie­ren wür­de, wenn wir al­le not­wen­di­gen In­for­ma­tio­nen sam­meln wür­den.

Doch, lie­be Le­se­rin­nen und Le­ser, die­se Auf­ga­be ist schwie­rig! Sie ist nicht of­fen­sicht­lich und kann nicht mit Leich­tig­keit und Ober­fläch­lich­keit aus­ge­führt wer­den.

Auch un­se­re Leh­re­rin­nen ste­hen je­den Tag vor der Auf­ga­be, über die Ar­beit der Kin­der zu ur­tei­len. Dies ma­chen sie mit Hil­fe von No­ten, aber auch vor al­lem mit großer Vor­sicht, denn sie wis­sen, wel­che em­pfind­li­chen, mensch­li­chen und kon­kre­ten Aus­wir­kun­gen eine No­te auf die Kin­der ha­ben kann. Des­halb ler­nen sie gut, mit je­der Si­tua­ti­on um­zu­ge­hen: Sich nicht zu scheu­en, auch mal schlech­te No­ten zu ver­tei­len, wenn es not­wen­dig und ge­recht ist, da­mit die Kin­der in der La­ge sind, zu ver­ste­hen, wa­rum die­se No­te ver­ge­ben wur­de.

Sich so dar­zu­stel­len, wie wir es all­täg­lich im In­ter­es­se und im Recht von vie­len Men­schen in Ita­li­en und der gan­zen Welt ma­chen, ist an­stren­gend. Nicht oft tref­fen wir auf be­reit­wil­li­ge Augen und of­fe­ne Geis­ter, die in der La­ge sind, sich nicht auf Äußer­lich­kei­ten zu ver­stei­fen.

Manch­mal sind Ur­tei­le wie Stei­ne, die in die Luft ge­wor­fen wer­den: Fal­len sie wie­der her­un­ter, kön­nen sie je­den Kopf tref­fen.

Wir sind uns des­sen be­wusst, eben­so wie wir wis­sen, dass vie­le Men­schen mit In­ter­es­se un­se­re Ar­beit und un­se­re Aus­sa­gen ver­fol­gen und uns hel­fen, un­se­re eige­nen Gren­zen ken­nen zu ler­nen: Durch Lie­be und Auf­rich­tig­keit.

Wenn ein Ur­teil ober­fläch­lich aus­ge­ge­ben wird — oft auf ab­fäl­li­ge Art und Wei­se — wird es das Ge­gen­teil be­wir­ken. Wenn ein Schü­ler be­son­ders schel­misch ist und un­be­grün­det schlecht be­no­tet wird, be­wirkt das eine größe­re In­to­le­ranz ge­gen­über Re­geln und eine De­mo­ti­va­ti­on für sei­ne Lern­pro­zes­se.

In der Tat ist das Ziel eines Ur­teils, das We­sen zu ver­än­dern: Ur­tei­len als Zeit­ver­treib, als Rache oder schlim­mer noch, die Ar­beit an­de­rer an­zu­zwei­feln, führt nicht zu einer Ver­än­de­rung, zu Reue (um eine For­mu­lie­rung aus der Bi­bel zu neh­men).

Aber nach der Ge­rech­tig­keit zu ur­tei­len ist eine aus­dau­ern­de und pä­da­go­gi­sche Auf­ga­be, denn sie stützt sich auf die Ein­be­zie­hung der Ar­beit der rich­ten­den Per­son.

Die Ge­rech­tig­keit ist eine Form der Pä­da­go­gik, viel­leicht so­gar die schwie­rig­ste, wel­che Gleich­ge­wicht und Zu­sam­men­ar­beit zwi­schen dem Rich­ten­den und dem Ge­rich­te­ten ein­for­dert.

Un­se­re Ar­beit, so sehr sie auch ein­ge­schränkt und na­tür­lich auch feh­ler­haft ist, liegt in all euren Hän­den, denn sie ist Teil eines ge­teil­ten Zeug­nis­ses, wel­ches in Rie­si nicht en­det son­dern be­ginnt, wel­che nicht die Ar­beit eines ein­zel­nen ist, son­dern die Ar­beit al­ler.

 

Ein letzter Gruss

Der Ser­vi­zio Cris­tia­no möch­te dar­über in­for­mie­ren, dass am 6. No­vem­ber 2012 un­ser Freund und Un­ter­stüt­zer Paul Oert­li Se­ni­or im Al­ter von 92 Jah­ren ver­stor­ben ist.

Wir ge­den­ken sei­ner und all un­se­rer Freun­din­nen und Freun­de, die im Lau­fe der Zeit die­se Er­de ver­las­sen ha­ben.

All un­se­re Mit­ar­bei­ter und Vor­stän­de sind ganz nah bei der Fa­mi­lie: Paul und Bea­tri­ce, Le­na und Chris­tia­no, Chris­toph und Bian­ca, Ma­nu­el und Gab­rie­la, Fran­zis­ka und Da­ny.

 

Sizilien, Land der Gegensätze und Melting-Pot der Kulturen

Riesi — eine Reise in das Herz Siziliens

“Rei­sen bil­det die Ju­gend”, wie man so sagt. Aber ob jung oder alt, so öff­net eine Rei­se im­mer den Ho­ri­zont, wenn man nur da­zu be­reit ist, sich in Fra­ge zu stel­len!

En­de Ap­ril soll­te es ein tou­ris­ti­scher und auch geist­li­cher Aus­flug sein. Aus dem El­sass an­ge­reist, woll­ten wir so­wohl den Ser­vi­zio Cris­tia­no und die Wal­den­ser­kir­che in Si­zi­li­en ent­dec­ken, als auch die außer­or­dent­li­chen Land­schaf­ten und Mo­nu­men­te be­wun­dern, die die Mit­tel­meer­in­sel so zahl­reich zu bie­ten hat.

Hier sind sich Grie­chen und Phö­ni­zi­er be­geg­net, Kar­tha­ger und Rö­mer, Ara­ber und Nor­man­nen, Af­ri­ka und Euro­pa ...

Zwei Mo­del­le des Zu­sam­men­le­bens kom­men hier seit Ur­zei­ten zu­sam­men: die Be­herr­schung, bei der der Stär­ke­re sei­ne Macht durch­setzt (von den Ty­ran­nen aus Sy­ra­kus bis hin zur heu­ti­gen Ma­fia) und die Kul­tur­mi­schung, die u.a. Wun­der wie die ara­bo-nor­man­ni­sche Ka­thed­ra­le von Mon­rea­le her­vor­brach­te, an der Künst­ler und Ar­chi­tek­ten aus Euro­pa und dem Ori­ent zu­sam­men­ge­ar­bei­tet ha­ben. Das zwei­te Mo­dell ist si­cher­lich schwie­ri­ger zu re­ali­sie­ren.

Des­halb be­wun­der­ten wir auch die dia­ko­ni­sche Ar­beit, die am Ser­vi­zio Cris­tia­no (wo wir zwei Näch­te ver­brach­ten) an der No­ce (in Pa­ler­mo, hier ver­brach­ten wir drei Näch­te) ver­rich­tet wird und die Aga­pe den “Kleins­ten un­ter Chris­ti Brü­dern” zu­gu­te­kom­men lässt, sei­en es die Kin­der oder die Min­der­hei­ten!

Das Band, das wir so mit Rie­si und der Chie­sa Val­de­se ge­knüpft ha­ben, tut un­se­rer Ge­mein­de und dem Kon­sis­to­ri­um gut, denn es hin­ter­fragt un­se­re Be­zie­hun­gen mit den Aus­ge­stoße­nen der Ge­sell­schaft.

Darum war es auch eine große Freu­de, die Voll­ver­samm­lung der fran­zö­si­schen Freun­de, Gian­lu­ca Fiu­sco, Mar­co Jour­dan und eini­ge Schwei­zer Freun­din­nen bei un­se­rem Som­mer­fest in Sé­les­tat zu em­pfan­gen!

Die nächs­te Etap­pe wird der Ver­kauf des Oli­ven­öls “Ser­vi­zio Cris­tia­no Bio” sein!

Pfar­rer Jür­gen Grau­ling, Ver­ant­wort­li­cher der Rei­se vom 23. bis 30. Ap­ril 2012 von 27 Per­so­nen des evan­ge­li­schen Kon­sis­to­ri­ums aus Sé­les­tat

 

Nachhaltige Entwicklung

Ge­gen­über un­se­rer Schul­ter­ras­se sieht man eine schwar­ze aber glän­zen­de Flä­che auf­leuch­ten: Un­ser neu­es So­lar­ge­wächs­haus, wel­ches letz­ten August in Be­trieb ge­nom­men wur­de. Die Son­ne als Ener­gie­quel­le ist ein wei­te­rer klei­ner vol­len­de­ter Schritt in die­sen Jah­ren, in die­sen Mo­na­ten, in Rich­tung einer um­welt­freund­li­che­ren Nach­hal­tig­keit un­se­rer Ar­beit.

Als Zeu­gen einer neu­en Welt durch Chris­tus kön­nen wir nicht Idee von einem Auf­bau die­ser Er­de mit um­welt­freund­li­chen Mit­teln nicht un­be­ach­tet las­sen. Wir ha­ben mit der Re­du­zie­rung von Pa­pier be­gon­nen, in­dem wir Pa­pier­spen­der auf­ge­stellt ha­ben, die den Pa­pier­miss­brauch ver­hin­dern; wir ha­ben den Ver­brauch von Plas­tik­fla­schen ab­ge­schafft, in­dem wir Was­ser trink­bar ma­chen und wir in­stal­lie­ren So­lar­zel­len zur Ener­gie­ge­win­nung. Aber wir ha­ben nicht die Ab­sicht, uns mit die­sen po­si­ti­ven Er­geb­nis­sen auf­zu­hal­ten, son­dern uns stän­dig wei­ter ent­wic­keln. In die­sen Ta­gen wer­den die Fens­ter in der Schu­le — mit­tler­wei­le alt und nicht mehr funk­tions­fä­hig — durch Fens­ter nach dem neus­ten tech­ni­schen Stand aus­ge­tauscht, wel­che einen mi­ni­ma­len Wär­me­ver­lust und so­mit eine gut funk­tio­nie­ren­de Iso­lie­rung in den Klas­sen­zim­mern er­mög­li­chen, was den Gas­ver­brauch der Hei­zun­gen deut­lich sen­ken wird. Da­bei han­delt es sich um eine selbst­ver­ständ­li­che und not­wen­di­ge Ent­schei­dung: De­nen, die in Not le­ben und dar­un­ter lei­den, kann man kei­ne Wür­de ent­ge­gen­brin­gen, oh­ne ih­rer Um­ge­bung, in der sie le­ben, Res­pekt zu zol­len. Aber das Pro­jekt, teil­weise re­ali­siert, teil­weise noch nicht, ist ein ehr­gei­zi­ges Vor­ha­ben: Die kom­plet­te Um­stel­lung des «Servizio Cristiano» setzt sich durch den Ge­brauch von er­neu­er­ba­ren Ener­gi­en und für die Ab­schaf­fung der Kli­ma­ti­sie­rung ein: Durch Erd­ener­gie, die ef­fi­zient die In­nen­räu­me hei­zen bzw. küh­len kann. Nach­dem wir eine Ver­wer­tung und Wie­der­ver­wer­tung des “rei­nen” Was­sers in­stal­liert ha­ben, wer­den wir in Kür­ze, wenn der Re­gen es zu lässt, eine große Men­ge an So­lar­zel­len für die Er­wär­mung des Was­sers ein­rich­ten.

Zur­zeit ler­nen wir noch die Wie­der­ver­wer­tung der bio­lo­gi­schen Ab­fäl­le, um un­ser be­stell­tes Land zu be­rei­chern, aber da un­ser bio­lo­gi­scher An­bau kon­trol­liert wird, sind wir in die­sem Fall den har­ten Pro­to­kol­len und Ge­set­zen, die die Maß­stä­be set­zen und eine an­ge­mes­se­ne Dün­gung für den Bo­den vor­ge­ben, un­ter­wor­fen. Da­bei han­delt es sich nicht um einen ein­fa­chen Weg, das sa­gen wir ganz of­fen. We­ge, die Frucht einer Ver­än­de­rung sind. Einer or­ga­ni­sier­ten Ver­än­de­rung, da sie oft mit An­ge­wohn­hei­ten und dem Kon­sum­mo­dell, das uns un­se­re Ge­sell­schaft vor­gibt, zu­sam­men­stößt. Aber es ist ein un­um­gäng­li­cher Weg, den wir — manch­mal ver­spä­tet — aber ab einem ge­wis­sen Punkt be­wusst ge­hen und von dem wir wis­sen, dass noch eine wei­te Strec­ke vor uns liegt.

Auch wenn wir wis­sen, dass dies nö­tig ist, ist eine sol­che um­welt­freund­li­che Um­stel­lung un­se­rer Ar­beit nicht im­mer ein­fach ge­we­sen. Eine Ar­beit der Er­klä­run­gen, ge­prüft über Mo­na­te, so­gar Jah­re, die uns aber schluss­end­lich Hoff­nung gibt und die Be­deu­tung un­se­res Zeug­nis­ses be­kräf­tigt.

 

Brief aus Bern (Schweiz)

Liebe Geschwister in Riesi!

Als Gian­lu­ca mich frag­te, ob ich Euch ein paar Ge­dan­ken zu un­se­rer Zu­sam­men­ar­beit schrei­ben könn­te, er­schrak ich zu­erst ein we­nig. Die An­fra­ge trifft auf ein ar­beits­rei­ches Wo­chen­en­de — wür­de ich Zeit und Ru­he fin­den, in­ner­halb der we­ni­gen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Zeit et­was Ge­halt­vol­les zu­stan­de zu brin­gen? Schrec­ken und Zwei­fel lös­ten sich auf, als ich einen Schritt aus der All­tags­hek­tik zu­rück­trat und mich da­ran er­in­ner­te, wem mein Le­ben ge­hört und was mir wirk­lich wich­tig ist. — Ja, ich will an und für Euch schrei­ben! war dar­auf­hin die kla­re Ant­wort.

Wenn ich an Euch den­ke, kommt Ihr mir vor wie ein klei­ner, aber über­aus leuch­ten­der Edel­stein im Sü­den von Si­zi­li­en — ein Klein­od un­se­res ge­mein­sa­men Himm­li­schen Va­ters!

Euer Mut und Eure Hin­ga­be an Gott und den Bau Sei­nes Rei­ches un­ter schwie­rig­sten und oft auch ge­fähr­li­chen Um­stän­den er­mu­ti­gen mich in mei­nen eige­nen Her­aus­for­de­run­gen, in mei­ner eige­nen Nach­fol­ge und Hin­ga­be an Je­sus Chris­tus. Mit Euch ver­bun­den sein zu dür­fen ist für mich eine Eh­re, für die ich Gott im­mer wie­der von Her­zen dan­ken will.

Als Leib und Fa­mi­lie Chris­ti ge­hö­ren wir zu­sam­men und brau­chen ein­an­der, selbst wenn wir ört­lich so weit von ein­an­der ent­fernt sind und je­der an­de­re Auf­ga­ben und Funk­tio­nen an die­sem Leib er­fül­len muss. Manch­mal den­ke ich, dass ich auch so tief wie Ihr im Dienst Je­su Chris­ti ste­hen möch­te; doch dann er­ken­ne ich, dass ich Gott an mei­nem Platz und in mei­ner Auf­ga­be eben­so nahe sein und Ihm die­nen kann — und viel­leicht so­gar auch Euch ein we­nig!

Zur­zeit ma­che ich mir häu­fig Ge­dan­ken über eige­ne Gren­zen, Schwä­chen und Män­gel. Letzt­hin hat Gott dies­be­züg­lich zu mir ge­spro­chen und mir zu­ge­si­chert, dass Er in mei­nen Schwä­chen stark sein will und wird, wenn ich Ihm nur Raum dar­in ge­be (nach 2. Ko­rin­ther 12, 9-10). Und ge­ra­de jetzt scheint Er zu mir zu sa­gen, dass es mei­ne Ge­schwis­ter sind, die mei­ne Gren­zen er­wei­tern und mei­ne Män­gel er­gän­zen kön­nen, wenn ich nur be­reit bin, zu mei­ner Be­dürf­tig­keit zu ste­hen.

Wir sind als Chris­ten zur Ge­mein­schaft be­ru­fen, weil wir ein­an­der brau­chen! Ich den­ke, wir sind als Men­schen zum Schei­tern ver­ur­teilt, wenn wir al­les al­lein be­werk­stel­li­gen und ab­dec­ken wol­len. Wir sind in un­se­rer mensch­li­chen Na­tur ein­fach be­grenzt und lüc­ken­haft — eben er­gän­zungs­be­dürf­tig.

Wenn Je­sus uns da­zu auf­for­dert, un­se­ren Nächs­ten zu lie­ben wie uns selbst, so sind in die­ser Lie­be wohl Be­dürf­tig­keit und Schen­ken ein­ge­schlos­sen. Als Men­schen, auch als Chris­ten, blei­ben wir im­mer Be­dürf­ti­ge, auch wenn wir den Auf­trag ha­ben, Got­tes Lie­be — Aga­pe — in un­ser Um­feld, zu un­se­ren Nächs­ten, zu brin­gen.

Ge­ra­de un­se­re un­voll­kom­me­ne Na­tur und un­se­re un­voll­kom­me­nen Le­bens­be­din­gun­gen schei­nen das Brenn­holz für die Lie­be zu sein, zu der wir durch Je­sus Chris­tus be­fä­higt und ge­ru­fen sind — ge­nau dort brau­chen wir Ihn ... und ein­an­der!

Lie­be Ge­schwis­ter, ich schrei­be Euch als Eure Schwes­ter aus Bern, einer meis­tens recht ge­müt­li­chen Bun­des­haupt­stadt der Schweiz ... : Durch Eure Ar­beit in Rie­si sprecht und lebt Ihr Got­tes Gu­te Nach­richt be­dürf­ti­gen Men­schen zu. Ihr kon­fron­tiert aber auch ein Um­feld, das vol­ler Dro­hen, Kor­rup­ti­on, Un­ge­rech­tig­keit und Angst ist, mit der Lie­be Got­tes, die Ihr in Wort und Tat lebt.

Ihr sollt im­mer wis­sen, dass Ihr auf der stär­ke­ren Sei­te seid, auch wenn die Um­stän­de so oft an­ders aus­se­hen, auch wenn Kämp­fe manch­mal ver­lo­ren oder ver­geb­lich schei­nen. Hin­ter Euch ste­hen Be­ter und Be­te­rin­nen. Auch wenn wir ört­lich weit weg sind von Euch, so kämp­fen wir doch den gu­ten Kampf des Glau­bens für Euch und mit Euch zu­sam­men (nach 1. Ti­mo­the­us 6,12).

Mö­ge Gott un­se­re Fein­füh­lig­keit und Hell­hö­rig­keit für Ihn er­wei­tern, da­mit Er uns Sei­ne We­ge auf­zei­gen und öff­nen kann, wie wir Euch ne­ben dem Ge­bet auch ganz prak­tisch die­nen kön­nen! Wir ge­hö­ren zur glei­chen Fa­mi­lie, in der je­des Glied so­wohl be­dürf­tig als auch er­gän­zend ist.

Gott sel­ber er­fül­le all un­se­ren Man­gel mit Sei­ner Herr­lich­keit, so dass wir durch un­se­re Ge­mein­schaft als Brü­der und Schwes­tern Licht sein und in die­ser Welt die Lie­be un­se­res Herrn Je­sus Chris­tus le­ben und wei­ter tra­gen kön­nen.

Unser Va­ter im Him­mel seg­ne, stär­ke und brau­che un­se­re Zu­sam­men­ar­beit zu Sei­ner Eh­re.

In herzlicher Liebe und Verbundenheit

Für Eure Geschwister in Bern

Regina Kräuchi

 

Weihnachten und das Neue Jahr

Es stellt sich die Fra­ge, ob die Pro­phe­zei­hung der Ma­ya ein­tref­fen wird. Wir ver­trau­en der Lie­be Got­tes, die uns je­den Tag eine neue Welt be­schert. Die Zu­kunft wird als großes Rät­sel be­schrie­ben, un­er­kenn­bar und schwer. Aber die Ge­gen­wart, das Ges­tern, wa­ren auch ein­mal eine un­er­kenn­ba­re und schwe­re Zu­kunft, die uns Sor­ge be­rei­te­te und uns zit­tern ließ. Wir ha­ben sie mit der Lie­be Got­tes und Eurer Hil­fe ge­meis­tert.

Mit Eurer un­ent­behr­li­chen Hil­fe ha­ben wir es ge­schafft, das Bö­se nicht sie­gen zu las­sen und un­se­ren Mit­men­schen Lie­be zu­kom­men zu las­sen. Mit Eurer Hil­fe ha­ben wir es ge­schafft, auch uns zu än­dern, zu be­grei­fen, wie wich­tig ge­gen­sei­ti­ger Res­pekt, die Schön­heit, em­pfan­gen zu wer­den und die An­teil­nah­me ge­gen Schwei­gen und Iso­la­ti­on ist. Mit der Hil­fe Got­tes und Eurer Un­ter­stüt­zung ha­ben wir es ge­schafft, den Mut zu­rück­zu­ge­win­nen, uns der Ar­ro­ganz der Ma­fia und der Ge­walt de­rer, die ein Ge­setz der Angst und Skla­ve­rei in Rie­si durch­set­zen woll­ten, zu wi­der­set­zen.

Des­halb wün­schen wir Euch al­len ein Weih­nach­ten und ein Neu­es Jahr des Wie­der­auf­blü­hens und der Hoff­nung, und in Er­war­tung, Euch bald in Rie­si will­kom­men zu heißen, er­reicht Euch un­se­re herz­lich­ste Um­ar­mung. Gian­lu­ca, Nun­zio, Ro­sa­lia, Lil­lo, Pep­pe D., An­ge­la, Ta­no, Pep­pe B., Ma­ria, Nuc­cia, Si­mo­na, Va­len­ti­na, Do­ra, Da­vi­de, Mar­ga­re­te, Li­na, Eli­sa­beth, Ma­ri­nel­la, Oie, To­bi­as, Si­mon, Del­fi­na, Ri­ta, Ben, Emi­lia, Frie­de­ri­ke, Ju­lia, So­phie, Loui­se, M­ari­sa, Ma­ria Ri­ta.

 

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Arbeitsgemeinschaft Evangelische
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PO Box 398 - Valdese, NC 28690
Cheques have to be made to “American Waldensian Society for Servizio Cristiano, Riesi”

 

UK
Donald Hood
17 Cottage Road, Headingley
LEEDS LS6 4DD

Nachrichten aus Riesi

Wenn Ihr die Nach­rich­ten aus Rie­si er­hal­ten oder ver­schen­ken wollt, schreibt uns: für eine pdf-Ver­si­on: info@serviziocristiano.org,
für die ge­druck­te Aus­ga­be: Ser­vi­zio Cris­tia­no, via Mon­te de­gli Uli­vi 6, I-93016 Rie­si (CL)
Auch mit die­ser Lek­tü­re könnt Ihr un­se­re Ak­ti­vi­tä­ten un­ter­stüt­zen. Dan­ke.


AASR — Associazione Amici Svizzera Riesi
(Verein der Schweizer Freunde des Servizio Cristiano – Riesi)

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