Bericht einer Freiwilligen in Riesi

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Meine Zeit im «Servizio Cristiano» in Riesi

von Doro Birkner, Bülach

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Am Bahnhof Turin
Aufenthalt in Turin mit viel Gepäck

September 2013

Am Sonn­tag den 18. August hat mein Aben­teu­er be­gon­nen: Mit dem Zug bin ich von Bü­lach nach ‘Tor­re Pel­li­ce’ ge­reist. ‘Tor­re Pel­li­ce’ ist ein klei­nes Städt­chen im Pie­mont, das ein wich­ti­ges Zen­trum der Wal­den­ser ist. Dort hat­te ich mit 27 an­de­ren Ju­gend­li­chen ein zwei­wö­chi­ges Vor­be­rei­tungs­se­mi­nar. Die an­de­ren Teil­neh­mer wa­ren al­le aus Deutsch­land und wer­den für ein Jahr in ver­schie­de­nen Wal­den­ser In­sti­tu­tio­nen in ganz Ita­li­en ver­teilt ein so­ge­nann­tes Frei­wil­li­ges So­zia­les Jahr (FSJ) ab­sol­vie­ren. Es war eine auf­ge­schlos­se­ne und fröh­li­che Grup­pe und wir ha­ben die ge­mein­sa­me Zeit im Pie­mont sehr ge­nos­sen. Das Pro­gramm war im­mer sehr ge­füllt; am Mor­gen hat­ten wir je­weils Sprach­kurs und am Nach­mit­tag wur­de uns die Wal­den­ser, aber auch die ita­lie­ni­sche Ge­schich­te nä­her­ge­bracht. Da­ne­ben ha­ben wir im­mer wie­der span­nen­de Aus­flü­ge ge­macht. So wa­ren wir einen Tag lang in Tu­rin, ha­ben eine schö­ne Wan­de­rung in den Ber­gen ge­macht und ha­ben in den Wal­den­ser Tä­lern ver­schie­de­ne Dör­fer, Kir­chen und Zen­tren (Aga­pe, Pra­li,Val d'An­gro­gna, …) be­sucht.

von der Terrasse
Blick von unserer Terrasse aus

Am 1. Sep­tem­ber ist ein gros­ser Teil der 28 Ju­gend­li­chen nach Si­zi­li­en auf­ge­bro­chen. Un­se­re Grup­pe war zu sechst un­ter­wegs. In­ner­halb von 24 Stun­den sind wir mit Zug, Bus und Fähre von ‘Tor­re Pel­li­ce’ nach Riesi ge­reist. Die Rei­se war sehr an­stren­gend und er­mü­dend, aber trotz­dem auch sehr er­leb­nis­reich. Die Zü­ge wa­ren er­staun­lich mo­dern und an­ge­nehm, auch im Nacht­zug konn­ten wir trotz sehr en­gen Platz­ver­hält­nis­sen gut schla­fen. Die Auf­ent­hal­te in den ver­schie­de­nen ita­lie­ni­schen Bahn­hö­fen wa­ren sehr in­ter­es­sant. Vor al­lem Nea­pel ist mir in Er­in­ne­rung ge­blie­ben, wenn auch eher ne­ga­tiv: Kaum aus dem Bahn­hof draus­sen sieht man über­all Müll und der Ge­ruch nach Ab­fall ist ziem­lich pe­ne­trant. Ein Hö­he­punkt unserer Rei­se war na­tür­lich die Ver­frach­tung des Zu­ges auf die Fäh­re und die an­schlies­sen­de Fahrt über das Meer bei Mes­si­na. Um fünf Uhr in der Nacht sind wir übers Meer ge­fah­ren und ha­ben die­ses zum ers­ten und bis jetzt lei­der auch zum letz­ten Mal ge­se­hen.

von der Terrasse
Blick von unserer Terrasse aus

In Ca­ta­nia sind wir auf den Bus um­ge­stie­gen und sind am Ät­na ent­lang nach Cal­ta­ni­set­ta wei­ter, wo wir dann vom Schul­bus­fah­rer Giu­sep­pe ab­ge­holt wur­den. Je­doch muss­ten wir im Re­gen(!) eine gu­te hal­be Stun­de auf ihn war­ten. Das Wet­ter war in der ers­ten Wo­che all­ge­mein un­er­war­tet reg­ne­risch, je­doch auch sehr wech­sel­haft. Es gab schon eini­ge Ge­wit­ter und Re­gen­schau­er, wir hat­ten aber auch sehr heis­se Ta­ge.

Die Gruppe
Die Gruppe der Freiwilligen mit Gianluca (von links nach rechts) hinten: Luca, Björn, Phil, Christopher, Maria, vorne: Doro, Samuel, Clarissa

In Rie­si an­ge­kom­men wur­den wir di­rekt ein­ge­spannt. Kurz nach un­se­rer An­kunft hat­ten wir eine Be­spre­chung mit un­se­rem Chef Gian­lu­ca, dem Di­rek­tor vom Ser­vi­zio Cris­tia­no, das Zen­trum in dem wir ar­bei­ten. Am Diens­tag hal­fen wir denn auch schon tat­kräf­tig mit, Mö­bel zu schlep­pen und zu put­zen. Da die Schu­le die­sen Mon­tag be­ginnt, muss­ten wir al­le Ge­bäu­de rei­ni­gen und al­les für den Schul­start vor­be­rei­ten. Mit dem Schul­start be­gin­nen dann auch un­se­re in­di­vi­du­el­len “Ar­beits­schich­ten”. Ich wer­de am Mor­gen je­weils im Gäs­te­haus hel­fen put­zen, am Mit­tag im Kin­der­gar­ten beim Es­sen hel­fen und da­nach das Ge­schirr der Grund­schu­le ab­wa­schen. Ich bin schon sehr ge­spannt auf die­se Ar­bei­ten und freue mich, wenn bald “All­tag” ein­keh­ren wird. Denn die ers­te Wo­che war ganz schön an­stren­gend und ge­füllt.

Oktober 2013

Der Ar­beits­all­tag und auch das WG-Le­ben spie­len sich im­mer mehr ein. Bei der Ar­beit fin­de ich mich mitt­ler­wei­le sehr gut zu­recht und ge­nies­se die Ab­wechs­lung durch die ver­schie­de­nen Ar­beits­be­rei­che sehr. Nach je­dem Ar­beits­tag sind wir aber al­le je­weils sehr ge­schafft, vor al­lem die Jungs ha­ben kör­per­lich sehr an­stren­gen­de Ar­bei­ten, aber auch im Kin­der­gar­ten for­dern einen die Kin­der sehr.

Das Zu­sam­men­le­ben in un­se­rem ge­mein­sa­men Haus funk­tio­niert schon sehr gut. Meis­tens ko­chen und es­sen wir zu­sam­men und wir un­ter­neh­men auch vie­le Sa­chen ge­mein­sam. Zum Bei­spiel ge­hen wir ge­mein­sam auf die Piaz­za, in ver­schie­de­ne Ju­gend­treffs in der Stadt oder in eine Piz­ze­ria. So ka­men wir in die­sen Wo­chen auch schon in Kon­takt mit gleich­alt­ri­gen Ein­hei­mi­schen. Dies war sehr in­ter­es­sant und ich fin­de es schön, dass man im­mer mehr Leu­te kennt, wenn man durch die Stras­sen von Rie­si geht. Als ich das al­ler­ers­te Mal mit Ein­hei­mi­schen im Ge­spräch war, wur­de ich ge­fragt, ob ich Bü­lach oder Hö­ri ken­ne. Eini­ge aus Rie­si ar­bei­ten näm­lich für eine Fir­ma aus Hö­ri und so ist ih­nen mei­ne “Hei­mat­ge­gend” auch be­kannt. Bei sol­chen Ge­sprä­chen bin ich im Ver­gleich zu den an­de­ren Frei­wil­li­gen durch mei­ne Sprach­kennt­nis­se klar im Vor­teil. Al­le kön­nen im­mer noch sehr we­nig Ita­lie­nisch und ha­ben Mü­he sich zu ver­stän­di­gen. Ich ge­nies­se es sehr, mein Schul­ita­lie­nisch nun end­lich prak­ti­zie­ren zu kön­nen. Ob­wohl ich auch sehr oft Hoch­deutsch spre­che, bin ich schon sehr im Ita­lie­nisch drin. Of­fen­bar ha­be ich so­gar schon im Schlaf auf Ita­lie­nisch Sa­chen er­zählt! Da ich die ein­zi­ge bin, die Ita­lie­nisch spricht, muss ich je­doch auch im­mer mit un­se­ren Vor­ge­setz­ten kom­mu­ni­zie­ren und bei Prob­le­men auf sie zu ge­hen. Auch beim wö­chent­li­chen Tref­fen mit un­se­rer An­sprech­per­son Si­mo­na fun­gie­re ich als Über­set­ze­rin. Dies ist oft­mals eine an­stren­gen­de und teil­wei­se auch eine un­dank­ba­re Auf­ga­be.

Am Wo­chen­en­de war bis jetzt im­mer et­was los, ent­we­der hat­ten wir Be­such oder wa­ren sel­ber un­ter­wegs. Letz­tes Wo­chen­en­de war ich zum Bei­spiel mit drei aus un­se­rer Grup­pe in Pa­ler­mo bei an­de­ren Frei­wil­li­gen zu Be­such. Ich ha­be es sehr ge­nos­sen, ein­mal et­was an­de­res zu se­hen als Rie­si und die Stadt hat mir sehr ge­fal­len. Pa­ler­mo hat vie­le schö­ne Ec­ken, es gibt je­doch auch vie­le ver­kom­me­ne Stras­sen. Al­les in al­lem war es ein sehr schö­nes Wo­chen­en­de, an dem wir einen klei­nen Ein­druck von der fünft­gröss­ten Stadt Ita­li­ens be­kom­men ha­ben. Als wir am Sonn­tag zu­rück nach Rie­si ka­men, war es für mich ein “nach Hau­se-Kom­men”. Ich ha­be mich ge­freut wie­der in ver­trau­ter Ge­gend und bei mei­nen Leu­ten zu sein, was mir ge­zeigt hat, dass ich hier schon rich­tig an­ge­kom­men bin. Am Wo­chen­en­de da­vor hat­ten wir Be­such von Frei­wil­li­gen aus Süd­si­zi­li­en und am Sonn­tag sind wir al­le in den Got­tes­dienst der Wal­den­ser Ge­mein­de in Rie­si, wo wir als neue Frei­wil­li­ge des Ser­vi­zio Cri­stia­no vor­ge­stellt wur­den. Der Got­tes­dienst war sehr schön, wenn auch et­was an­ders als ich es mir von zu Hau­se ge­wohnt bin. Al­les war et­was klei­ner und im­pro­vi­sier­ter. Einen Pfar­rer hat die Ge­mein­de seit Ju­li nicht mehr und des­halb hat der Di­rek­tor des Ser­vi­zio Cri­stia­no den Got­tes­dienst ge­macht. Die meis­ten Kir­chen­lie­der ken­ne ich auf Deutsch, vie­le an­de­re Sa­chen wa­ren mir auch ver­traut. Die Leu­te wa­ren al­le sehr nett und auf­ge­schlos­sen und man hat ge­merkt, dass sie un­se­ren Ein­satz schät­zen. Auch die­ses Wo­chen­en­de hat­ten wir wie­der Be­such von den Frei­wil­li­gen aus Pa­ler­mo und auch von Süd­si­zi­li­en.

November 2013

Die Zeit hier in Riesi ver­geht wei­ter­hin wie im Flug: es ist nun schon An­fang De­zem­ber und die Ad­vents- und Weih­nachts­stim­mung ist all­mäh­lich auch bei uns an­ge­kom­men. In die­sen Ta­gen zeigt sich Si­zi­li­en wie­der ein­mal von sei­ner schöns­ten Sei­te und wir ge­nies­sen mo­men­tan schö­ne son­ni­ge und fast schon früh­lings­haf­te Ta­ge. Die Zit­ro­nen und Oran­gen sind reif und be­reit zum Ern­ten, der Him­mel ist blau und meist wol­ken­los und die Vo­gel­schwär­me ma­chen auf den Fel­dern Pau­se auf ih­rer Rei­se wei­ter in den Sü­den. Lei­der be­deu­tet die­ses Wet­ter für mich auch, dass ich je­den Mor­gen Fens­ter put­zen muss, da wir die schö­nen Ta­ge da­für nut­zen müs­sen. Der Blick auf den Et­na, den ich beim Fens­ter­put­zen meist ha­be, macht es aber trotz­dem zu einer schö­nen Ar­beit. Von sei­nen vul­ka­ni­schen Ak­ti­vi­tä­ten ha­ben wir nur we­nig mit­be­kom­men, teil­wei­se kann man eine klei­ne Rauch­wol­ke er­ken­nen.

Al­ler­dings war der si­zi­lia­ni­sche Win­ter bis jetzt nicht im­mer so idyl­lisch und so­bald die Son­ne weg ist, ist es auch bei uns kalt. Wir ha­ben vie­le reg­ne­ri­sche und un­ge­müt­li­che Ta­ge hin­ter uns. Hin­zu kam, dass un­se­re Hei­zung erst nicht funk­tio­niert hat und wir uns im­mer sehr warm ein­pac­ken muss­ten. Die Häu­ser hier sind al­le nicht sehr gut iso­liert und so war es in un­se­rem Heim oft käl­ter als draus­sen. Die Feuch­tig­keit hat auch zu Schim­mel­bil­dun­gen an Wän­den und Bo­den ge­führt.

Wir sind froh, dass nun das Wet­ter wie­der bes­ser ist und ha­ben mitt­ler­wei­le auch schon einen gros­sen Teil des Schim­mels be­kämpft.

Ne­ben Re­gen, Käl­te und Schim­mel hat der Win­ter sich aber auch in der Stadt be­merk­bar ge­macht. Auf der Piaz­za, wo man sich abends trifft, ist viel we­ni­ger los und auch sonst sind die Leu­te nicht mehr draus­sen. Un­ter der Wo­che blei­ben wir nach der Ar­beit zu Hau­se und ge­hen nur sel­ten in die Stadt.

Seit vier Wo­chen ha­ben wir nun drei­mal in der Wo­che Sprach­kurs bei einem Rie­si­no, der für fünf Jah­re in Ba­sel ge­lebt hat. So sind wir abends meist trotz­dem be­schäf­tigt. Für mich ist der Sprach­kurs zwar nichts Neu­es, aber trotz­dem eine gu­te Re­pe­ti­ti­on, für die an­de­ren ist er sehr hilf­reich und auch an­stren­gend.

Die ra­ren, frei­en Aben­de ge­nies­sen wir nun um­so mehr und ma­chen es uns in un­se­rem Ge­mein­schafts­raum ge­müt­lich. Durch einen schö­nen Ad­vents­kranz, den wir aus Oli­ven­zwei­gen ge­macht ha­ben, und einen Ad­vents­ka­len­der ist die Weih­nachts­stim­mung bei uns an­ge­kom­men. So­fie und Cla­ris­sa ha­ben uns näm­lich als Über­ra­schung einen Ad­vents­ka­len­der ge­bas­telt, in dem wir je­den Tag Süs­sig­kei­ten be­kom­men und wir manch­mal auch Auf­ga­ben er­fül­len müs­sen, wie zum Bei­spiel einen Gang für ein Ga­la Din­ner zu ko­chen. Ich fin­de es sehr schön, dass wir die­se Zeit ge­mein­sam ge­nies­sen kön­nen und hät­te nicht ge­dacht, dass al­le da­bei mit­zie­hen. Mor­gen wer­den wir auch noch einen klei­nen Kunst­weih­nachts­baum auf­stel­len, die es hier mit­tler­wei­le über­all zu se­hen gibt. Die Bäu­me sind da­bei meist nicht mehr zu er­ken­nen, da al­les voll­ge­hängt ist mit kit­schi­gen Ku­geln und Gir­lan­den.

Ich bin auch schon sehr ge­spannt, wie Weih­nach­ten wird, denn ich blei­be über die Fest­ta­ge mit fast al­len der Grup­pe hier in Rie­si. Es wird be­stimmt spe­zi­ell, nicht zu Hau­se zu sein, aber ich den­ke, dass wir es in der Grup­pe sehr gut ha­ben wer­den. Für Syl­ves­ter fah­ren wir dann ge­mein­sam mit dem Bus nach Rom, wo wir ein paar Ta­ge Städte­ur­laub ma­chen wer­den.

Nun habt ihr einen Ein­blick über mein Er­ge­hen in Rie­vvvsi und seid wie­der auf ak­tu­el­lem Stand. Es freut mich sehr, dass ich euch in die­sem Mail einen Link zu einem kur­zen Vi­deo über das «Ser­vi­zio Cris­tia­no» mit schic­ken kann, so dass ihr auch einen Ein­blick in die Ar­bei­ten und Ak­ti­vi­tä­ten des Zent­rums er­hal­tet. In der Zeit der Oli­ven­ern­te ha­ben zwei Jour­na­lis­ten aus Tra­pa­ni näm­lich ein Vi­deo ge­dreht, wel­ches zu Wer­be­zwec­ken die­nen soll. Es zeigt “un­se­re Jungs” bei der Ar­beit, die Schwei­zer Grup­pe bei der Oli­ven­ern­te und die Kin­der aus dem Kin­der­gar­ten, mit de­nen ich je­den Tag ar­bei­ten darf. Ihr fin­det die deut­sche Ver­si­on un­ter die­sem Link: vimeo.com/80923218.

Januar 2014

Bei uns ist nach den zwei Ur­laubs­wo­chen all­mäh­lich wie­der der All­tag ein­ge­kehrt. Un­se­re Grup­pe ist end­lich wie­der voll­stän­dig, al­le sind nach Rie­si zu­rück­ge­kom­men und wir ha­ben die ers­te Ar­beits­wo­che gut hin­ter uns ge­bracht. Am Tag der Hei­li­gen Drei Kö­ni­ge ha­ben wir auch noch ein­mal in der gan­zen Grup­pe Weih­nach­ten ge­fei­ert und den ers­ten ge­mein­sa­men Abend ge­nos­sen.

im Winter
Riesi im Winter
im Winter
Riesi im Winter

Das Wet­ter ist wei­ter­hin sehr schön und teil­wei­se früh­lings­haft. Bei Son­nen­schein kann man durch­aus auch im T-Shirt auf der Ter­ras­se sit­zen und den ers­ten Aus­flug ans Meer ha­ben wir di­rekt am Sams­tag ge­macht. Abends wird es aber trotz­dem kalt und wir ha­ben je­den Tag im Ka­min ein Feu­er bren­nen, so dass der Ge­mein­schafts­raum im­mer ge­müt­lich warm ist.

Die Weih­nachts­ta­ge hier in Rie­si wa­ren sehr schön und fried­lich. Fast al­le sind in Rie­si ge­blie­ben und nur zwei un­se­rer Grup­pe sind nach Deutsch­land ge­fah­ren. So ha­ben wir es uns ge­müt­lich und weih­nacht­lich ein­ge­rich­tet und die Ge­mein­schaft sehr ge­nos­sen. An Hei­lig Abend ha­ben wir uns ein Weih­nachts­menu ge­kocht und sind da­nach in die ka­tho­li­sche Mes­se. Nach der Kir­che war auf der Piaz­za viel los und wir ha­ben mit den „Rie­si­ni“ noch ein biss­chen Weih­nach­ten ge­fei­ert. Am 25. De­zem­ber war dann ein Weih­nachts­got­tes­dienst in der Wal­den­ser Ge­mein­de. In den Ta­gen über Weih­nach­ten hat­ten wir zu­dem Be­such von zwei Frei­wil­li­gen aus Nea­pel und Vit­to­ria. Auch in den Ta­gen um Weih­nach­ten her­um ha­ben wir im­mer wie­der ein­mal Be­such von an­de­ren Frei­wil­li­gen und Freun­den be­kom­men. Den Kon­takt mit den Frei­wil­li­gen aus ganz Deutsch­land in Ita­li­en fin­de ich sehr schön und der Aus­tausch mit ih­nen ist sehr span­nend. Es wird mir im­mer wie­der be­wusst, wie gut ich es mit mei­ner Stel­le ge­trof­fen ha­be und dass das nicht al­les selbst­ver­ständ­lich ist.

Na­tür­lich bin ich in den Weih­nachts­ta­gen auch im­mer wie­der in Kon­takt mit mei­ner Fa­mi­lie und mei­nen Freun­den in der Schweiz ge­we­sen und ha­be die Schwei­zer Weih­nacht zu Hau­se neu schät­zen ge­lernt.

Petersplatz (Rom)
Die Gruppe vor dem Petersdom in Rom
Petersplatz (Rom)
Die Gruppe vor dem Petersdum in Rom

Am 29. De­zem­ber sind wir dann am Abend nach Rom los ge­fah­ren und sind am nächs­ten Mor­gen ge­gen acht Uhr in der ewi­gen Stadt an­ge­kom­men. Ge­wohnt ha­ben wir in einem Hos­tel di­rekt beim Haupt­bahn­hof, wo zwei ih­ren Frei­wil­li­gen­dienst ma­chen, die wir im Se­mi­nar in Tor­re Pel­li­ce ken­nen­ge­lernt ha­ben. So hat­ten wir eine sehr zen­tra­le und güns­ti­ge Un­ter­kunft und ha­ben ge­mein­sam die Stadt er­kun­det. Es war sehr schön mit den Leu­ten, mit de­nen man sonst ar­bei­tet und zu­sam­men­wohnt, Ur­laub zu ma­chen. Ins­ge­samt wa­ren wir acht; sechs aus Rie­si, ein an­de­rer Frei­wil­li­ger aus Flo­renz und Sa­mu­els Freun­din aus Deutsch­land. Wir wa­ren fast im­mer al­le zu­sam­men un­ter­wegs und ha­ben viel ge­se­hen und be­sich­tigt. Syl­ves­ter in Rom auf der “Spa­ni­schen Trep­pe” war na­tür­lich ein sehr schö­nes Er­leb­nis, das Feu­er­werk über der Stadt war ge­ni­al und es wa­ren sehr vie­le Leu­te auf der Stras­se. Am Frei­tag sind wir dann wie­der mit dem Auto­bus zu­rück nach Si­zi­li­en ge­fah­ren. Al­le ha­ben sich ge­freut, wie­der nach Hau­se zu kom­men!

Kolosseum (Rom)
Die Gruppe vor dem Kolosseum in Rom
Kolosseum (Rom)
Die Gruppe vor dem Kolosseum in Rom

Si­zi­li­en ist für uns al­le ein Stück Hei­mat ge­wor­den: Die Land­schaft ist traum­haft und mo­men­tan rich­tig saf­tig grün, die Spra­che ist wun­der­bar und man ver­steht im­mer mehr auch den Dia­lekt und die Leu­te sind herz­lich und mir schon rich­tig ans Herz ge­wach­sen.

Wenn wir durch die Stras­sen ge­hen oder am Wo­chen­en­de auf der Piaz­za sind, ken­nen wir rich­tig vie­le Leu­te und kön­nen dann auch un­ser Ita­lie­nisch prak­ti­zie­ren. Wir un­ter­neh­men vie­les mit Ein­hei­mi­schen und schlies­sen Freund­schaf­ten.

Ich habe mich da­für ent­schie­den, einen Mo­nat län­ger in Rie­si zu blei­ben und ha­be mei­nen Auf­ent­halt bis An­fang März ver­län­gert. Für mich blei­ben nun also noch zwei Mo­na­te hier auf Si­zi­li­en. Ich ge­nies­se die­se Zeit noch ein­mal in vol­len Zü­gen und den­ke, dass sie un­heim­lich schnell vor­bei sein wird. Der Ab­schied, vor al­lem von un­se­rer Grup­pe, wird mir sehr schwer fal­len und ich will un­be­dingt noch ein­mal zu­rück­kom­men. Auf der an­de­ren Sei­te freue ich mich aber auch schon wie­der sehr auf die Schweiz, auf mei­ne Fa­mi­lie und mei­ne Freun­de und auf das Prak­ti­kum, das ich im Spi­tal Bü­lach am 17. März an­fan­gen wer­de.

Doro Birkner


 

AASR — Associazione Amici Svizzera Riesi
(Verein der Schweizer Freunde des Servizio Cristiano – Riesi)

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